Oftersheim

Neujahrsempfang Bürgermeister Jens Geiß ehrt erstmals bei der Veranstaltung auch Blutspender / Vereinskartell-Vorsitzende Silvia Höfs lädt zum Abschalten in der Dorfgemeinschaft ein

Viele Gelegenheiten, um miteinander zu feiern

Oftersheim.Zum ersten Mal empfing die Familie von Bürgermeister Jens Geiß die Besucher zum Neujahrsempfang als Quartett. Gemeinsam mit seiner Frau Julia schüttelte der Rathaus-Chef am Eingang der Kurpfalzhalle zahlreiche Hände. Mit dabei waren Töchterchen Lilli und die kleine Schwester Lotta, gerade mal zwei Monate jung. Sie schlummerte friedlich im Kinderwagen.

Und eine weitere Premiere gab’s bei der ersten Veranstaltung der Gemeinde im neuen Jahr: Erstmals wurden die Blutspender (darüber berichten wir in der Montagsausgabe dieser Zeitung) geehrt. Außerdem hatte sich der Gemeinderat dafür entschieden, die Halle für den offiziellen Teil wieder zu bestuhlen.

Zu den Besuchern zählten Vertreter des öffentlichen Lebens, aber auch die Ehrenbürger Kurt Siegel, Walter Pfister, Siegwald Kehder und Helmut Baust sowie der Grünen-Landtagsabgeordnete Manfred Kern.

In seiner Ansprache blickte Jens Geiß zunächst aufs vergangene Jahr zurück. Er listete einige Projekte auf, die Verwaltung und Gemeinderat auf den Weg gebracht haben. Als Erstes nannte er den „wegweisenden Beschluss“, Feuerwehr und Rotes Kreuz gemeinsam in einem neuen Rettungszentrum unterzubringen. „Ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Jahr den ersten Spatenstich setzen können.“

Der erfolge hoffentlich auch bald für das Mehrfamilienhaus Ecke Scheffelstraße/Plankstadter Straße. Die Gemeinde komme damit ihrer Pflichtaufgabe der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen nach. In dem Zusammenhang kritisierte der Bürgermeister allerdings scharf die Förderpraxis der öffentlichen Hand: „Absolut unverständlich! Uns wurden für den Neubau zwar Zuschüsse zugesagt.“ Aber diese dürften nur abgerufen werden, wenn dort ausschließlich Asylbewerber untergebracht würden.

„Dem Gedanken, dass wir die Flüchtlinge gerne weiterhin dezentral unterbringen würden, läuft dies diametral entgegen.“

Verschwendung von Steuergeldern

Nichts anderes als die Verschwendung von Steuergeldern ist seiner Meinung nach das Vorgehen bei der Nutzung des alten Gasthauses „Goldener Hirsch“ für Flüchtlinge. Der Kreis habe das Gebäude für zehn Jahre gemietet. „Obwohl das Gebäude nicht mehr im geplanten Umfang benötigt wird, ermöglicht man es der Gemeinde nicht, das Objekt zu ortsüblichen Beträgen anzumieten.“

Und weil Geiß gerade dabei war, machte er seinem Unmut weiter Luft – als er auf den Umbau des Bahnhofs zum S-Bahn-Haltepunkt zu sprechen kam. Der sei zwar grundsätzlich zu begrüßen. Auch die Arbeiten seien im Plan.

„Aber da ist noch die unsägliche Geschichte mit den Rampen zu unserer Unterführung am Bahnhof. Obwohl die Gemeinde finanziell schon in Vorleistungen gegangen ist, schließt das Eisenbahnbundesamt eine Förderung aus, weil es sich bei unserer Unterführung um eine Ortsteilverbindung handelt.“

Doch nun wolle er auf ein erfreulicheres Thema zu sprechen kommen, meinte der Bürgermeister. „Der Ruf Oftersheims als kinder- und familienfreundliche Gemeinde verpflichtet uns, auch in diesem Bereich weiter zu denken.“ Nachdem nun klar sei, dass die Theodor-Heuss-Schule bald eine reine Grundschule sein würde, wolle man bei Bedarf ab dem Schuljahr 2019/2020 eine Ganztagsgrundschule anbieten. „Ganz wichtig ist dabei die Formulierung ,bei Bedarf’“, erklärte Geiß. Um den abzufragen, werde die Verwaltung in der kommenden Woche die Eltern der betreffenden Schuljahrgänge anschreiben und zu einem Informationsabend am Mittwoch, 31. Januar, einladen.

Aktion „Sauberes Oftersheim“

Ein Ärgernis im Zusammenhang mit der Theodor-Heuss-Schule seien wiederum die jüngsten Schmierereien an der Fassade, die er mit sehr deutlichen Worten verurteilte. Geiß lobte in dem Zusammenhang jedoch die „tolle Arbeit, die der Bauhof leistet. Allerdings sind die Männer – und übrigens haben wir seit 1. Januar auch eine Dame mit an Bord – kapazitätsmäßig mittlerweile an ihre Grenzen gekommen.“

Der Bürgermeister würde es daher begrüßen, wenn die große Mehrheit der Mitbürger ein Zeichen gegen diese Zunahme der Vermüllung setzt und sich an der Aktion „Sauberes Oftersheim“ beteiligt. Nähere Informationen zur Aktion will er demnächst bekannt geben. Daneben gibt 2018 noch weitere Gelegenheiten, sich in der Dorfgemeinschaft zu engagieren – und gemeinsam zu feiern. Neben den Veranstaltungen des Kulturprogramms und den Ausstellungen sowie „Musik im Park“ bietet die Gemeinde dieses Jahr im Sommer erstmals ein Open-Air-Kino im Hof der Friedrich-Ebert-Schule an.

Das Ortsmittefest, das im Zwei-Jahres-Rhythmus im Wechsel mit dem Tag des Waldes stattfindet, wird in diesem Jahr erstmals an zwei Tagen über die Bühne gehen und von einem Mittelaltermarkt im Gemeindepark sowie dem Kinder- und Jugendtag begleitet, kündigte Jens Geiß an.

Silvia Höfs, Vorsitzende des Vereinskartells, regte die Besucher des Neujahrsempfangs an, man möge sich doch Zeit für sich nehmen – „Zeit zum Abschalten, zum Auftanken oder zur Abwechslung. Und wo könnte man das besser tun als in einem Oftersheimer Verein?“, fragte sie. Als Beleg zählte Höfs die Feste des vergangenen Jahres in Oftersheim auf, allen voran den Tag des Waldes. Auch sie lud schon mal zum Ortsmittefest am Samstag und Sonntag, 21. und 22. Juli, ein. Zusammen mit ihrem Stellvertreter Detlef Bechtel überreichte die Vorsitzende als symbolischen Glücksbringer eine Neujahrsbrezel an den Bürgermeister.

Hänger in der Musikanlage

Nach den Ehrungen für die Blutspender und der Verleihung der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg an Dieter Burkard (auch darüber berichten wir in unserer Montagsausgabe) marschierte eine Abordnung des CC Grün-Weiß in die Halle ein, angeführt von Prinzessin Julia I. und Präsident Jürgen Abel. Die Garde der „Green Diamonds“ präsentierte ihren Tanz „Avatar“, der nach einem kleinen Hänger der Musikanlage perfekt gelang.

Keinen Aussetzer dagegen hatte das Trio „Django Mobil“, das die Gäste zum Auftakt des Neujahrsempfangs musikalisch bestens unterhielt und auch nach dem offiziellen Teil, der nach gut einer Stunde vorbei war, spielte. Zu diesem Zeitpunkt standen die Rathaus-Mitarbeiter bereit, um die Gäste mit Sekt zu versorgen. An der Bar gab es frisch gezapftes Bier und antialkoholische Getränke – so blieb Gelegenheit für anregende Gespräche.

Info: Mehr Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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