Oftersheim

Wildgehege Herbstfest des Fördervereins lässt sich vom Wind nicht einschüchtern / Fütterung der Tiere als Hauptattraktion

„Werner“ ist der Chef im Ring

Archivartikel

Oftersheim.Die bunten Blätter tanzten über den Waldboden, die Baumwipfel bogen sich und von oben regnete es ab und zu Eicheln und Bucheckern. Der „wilde Herbst“ des Förderkreises Wildgehege gestern Nachmittag zeigte sich ein bisschen stürmisch. Vielleicht kamen deshalb etwas weniger Ausflügler als sonst zum Schwarz- und Rotwildgehege im Heuweg, meinte die Vorsitzende Ulrike Krause.

Ganz so schlimm wie befürchtet wurde es dann aber doch nicht. Die fleißigen Helfer des Förderkreises mussten zur Kaffeezeit noch ein paar Biertischgarnituren mehr aufstellen. Am Pavillon gab es Bier, Weinschorle und Saft. Auch die leckeren Wildschweinbratwürste fanden reißenden Absatz. Und die vielen selbst gebackenen Kuchen, die sich mit jeder Konditorei am Sonntagnachmittag messen konnten, waren ebenfalls begehrt. Mit einem Becher dampfenden Kaffee ließ es sich so bestens an der frischen Luft verweilen. Die Kinder durften nach Herzenslust rumtoben und mit Ästen Abenteuer-Pyramiden zum Klettern aufschichten. Lisa Beyna und Sascha Welter von JW-Eventtechnik sorgten für die musikalische Unterhaltung zum Herbstfest, auch hier war für jeden Geschmack etwas dabei.

„Hansi“ röhrt im Wald

Im Rotwildgehege gibt es Nachwuchs, war gestern zu erfahren. Vor etwa zwei Wochen wurde ein neugeborenes Rotwildkalb gesichtet. Hirsch „Hansi“, der hier mit einigen Hirschkühen zusammenlebt, geht jetzt im Herbst wieder laut röhrend durch die Brunft. Der Höhepunkt war wie immer die Fütterung der Schwarzkittel durch Dieter Fackel. Die Rotte kam natürlich sofort herangefegt, als der Förster Karotten, Salatköpfe, Mais und Brötchen verteilte. Ein ganzer Berg Äpfel lag schon bereit. Ein Pfiff genügte und auch „Silvester“ war zur Stelle. Der Keiler, der am Silvesternachmittag 2009 als Frischling im Wald gefunden und von Familie Kraus in Altrip versorgt worden war, ist längst zu einem kräftigen Wildschwein herangewachsen (wir berichteten mehrfach). Das kleine Findelkind hatte damals nur knapp über 300 Gramm gewogen. Leider ist Amadeus, der Dackel der Familie Kraus, der den kleinen Silvester seinerzeit sofort adoptiert hatte, dieses Frühjahr verstorben, so die traurige Nachricht. Schade, dass sich die beiden lange Zeit unzertrennlichen Freunde nicht mehr am Zaun des Wildgeheges begrüßen können. „Silvester“ ist inzwischen selbst mehrfacher Vater von Frischlingen.

Die etwa 30 Wildschweine des Geheges sind nach dem langen und heißen Sommer ein bisschen schlanker geworden und müssen jetzt wieder aufgepäppelt werden, meinte die zweite Vorsitzende Gerlinde Welter. Schwarzkittel „Werner“, ein Jahr jünger als „Silvester“, aber eindeutig der Chef im Ring, den Familie Kraus auch einmal in ihrer Obhut hatte, trottete nur ganz langsam heran und bediente sich an den Karotten, die Dieter Fackel ihm im Schubkarren servierte. Eine andere Gruppe von Spürnasen, die sich zuvor noch gemütlich im Schlamm gesuhlt hatten, merkten plötzlich auch, dass es weiter vorne leckere Überraschungen gab. Der Förderkreis feiert nächstes Jahr übrigens zehnjähriges Bestehen.

Kürbisgesichter grinsen frech

Oft kommen Schulklassen und Kindergärten vorbei, um die grunzenden Keiler und Bachen mit ihren Frischlingen zu beobachten. Die Schüler der Comeniusschule haben den Bereich zwischen den Zäunen liebevoll gestaltet. Per Plakat wünschten sie allen Besuchern „einen angenehmen Aufenthalt in der Natur sowie einen schönen Herbst“.

Agnes Ziegler verkaufte tolle Kürbisgesichter, die von Anne Seitz bemalt worden waren. Manche schauten freundlich, andere etwas grimmig, ein paar eher frech. Jeweils ein Euro vom Verkauf der Kürbisgesichter ging zugunsten des Wildgeheges. Der Wind pfiff gestern den Nachmittag über noch weiter, konnte aber dem gemütlichen Fest beim „wilden Herbst“ am Heuweg nichts mehr anhaben.

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