Plankstadt

Professjubiläum Das Gelübde von Pater Fidelis Ruppert jährt sich / Der Mönch kommt aus Plankstadt

60 Jahre Treue zum Kloster

Plankstadt.Anfang Mai 1960 legte in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach in Unterfranken Pater Dr. Fidelis Ruppert aus Plankstadt vor seinem damaligen Abt Bonifaz Vogel die zeitliche Profess ab – vor 60 Jahren also band er sich durch das Gelübde an dieses Kloster, das ihm zur Heimat geworden ist.

Im Jahr 1963 folgte die Ewige Profess und 1964 wurde er zum Priester geweiht. Es war damals eine Zeit, in der so vieles in Kirche und Welt und auch im Ordensleben in Frage gestellt wurde und in der immer wieder auch das Versprechen des Einzelnen herausgefordert und auf den Prüfstand gestellt wurde.

Gerade die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) führte zu großen Umbrüchen in der Kirche und auch das Kloster Münsterschwarzach war davon nicht ausgenommen. Die Zahl der Mönche des großen Klosters verringerte sich und der Diskussions- und Entscheidungsbedarf für den Einzelnen war groß. Wer heute mit dem Mönch Fidelis Ruppert spricht, verspürt instinktiv, wie sehr er sein Versprechen bis heute intensiv lebt und es nie zur Disposition gestellt hatte.

In Gerhard Ruppert, so der bürgerliche Name des 1938 geborenen Plankstadters, wuchs schon früh der Wunsch, Priester zu werden. In seinen durch entsprechende Literatur geprägten Vorstellungen dachte er an ein Leben als Missionar in Afrika, dem Kontinent, den er bis heute sehr liebt. Aber dieser Wunsch ging für ihn nicht in Erfüllung, denn sein Abt hatte andere Aufgaben für ihn. Als Erzieher in Internat und Gymnasium sowie als Seelsorger bei Kursen und Exerzitien fand er seine Aufgaben und wurde 1978 schließlich zum Prior als Stellvertreter des Abtes ernannt.

Lange Zeit war er Abt

Am 5. November 1982 wählten ihn die Mönche der Abtei schließlich mit damals 44 Jahren zu ihrem Abt, das Amt, das er 24 Jahre zum Wohle und Wachstum der Abtei ausübte, ehe er am 24. April 2006 das Amt in jüngere Hände übergab. Vor einem Jahr, an seinem 80. Geburtstag, veranstaltete die Abtei ihm zu Ehren ein Symposium zu seinem Wahlspruch als Abt „Ihr alle seid Brüder“. Dieser Wahlspruch war Grundlage seines Wirkens als Abt, dem Konvent hat er ihn all die Jahre vorgelebt und gemäß diesem Wahlspruch hat er sich nach seiner Resignation als Abt wieder als einfacher Mönch eingegliedert. Viele Jahre hat er danach als Kursleiter und Buchautor zahlreichen Menschen die benediktinische Spiritualität nähergebracht und mögliche Wege zu ihrer Umsetzung auch im Alltagsleben der Menschen außerhalb des Klosters vermittelt.

Seiner Heimatgemeinde Plankstadt ist er stets verbunden geblieben und mit Freude pflegt er bis heute in Gesprächen mit „Plänkschtern“ den altvertrauten Heimatdialekt. Gerne besucht er seine Angehörigen in Schwetzingen und Ketsch und immer gern war er bei Festen seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus anwesend und feierte Gottesdienste.

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