Plankstadt

Gänsweid Arbeitskreis Integration lädt zum „Fest der Kulturen“ / Chor „InTakt“ singt auf der Bühne bei der Grillhütte / Kinder der Friedrichschule mimen Superman

Äußerlich verschieden – innerlich gleich

Archivartikel

Plankstadt.Die Luft schwirrt – vor Hitze, angefüllt mit vielen Stimmen, Gerüchen und Sprachen – rund um die Grillhütte, wo Gemeinde und Arbeitskreis Integration zum „Fest der Kulturen“ eingeladen hatten. Gemeinsam essen und trinken verbindet immer und klappt auch in den vier Stunden des Fests perfekt.

Trauben von Menschen in allen bunten Farben des Regenbogens gekleidet bevölkern an diesem Nachmittag die Grillhütte und die Wiese, wo zahlreiche Kinder ausgelassen spielen. Für Fußball, Frisbee, Seifenblasen und Malaktionen braucht es keine Einheitssprache, da klappt die Verständigung mit Händen und Füßen oder auch mal einer Geste – bestens, wie zu erleben ist.

Musikverein macht Einstieg

Geraume Zeit aber sind aller Blicke auf die Bühne gerichtet, wo ein gemischtes Programm für Unterhaltung sorgt. Mit ihren schwungvollen Melodien legen die jugendlichen Musiker des Plankstadter Musikvereins einen prima Einstieg hin, dessen Applaus den Teppich auslegt für die Organisatoren. Nachdem Claudia Wiegand, Sprecherin des AK Integration, mit Bürgermeister Nils Drescher zum Fest mit familiärem Charakter begrüßt hat, gibt es noch mehr Musik zu hören.

Lang sind zu diesem Zeitpunkt schon die Anstellreihen an der Bonkasse und bei den Essensausgaben. Leckerer Grillduft zieht in die Nasen. Die tags zuvor gekochten afrikanischen und afghanischen Gerichte finden reißenden Absatz, wobei manch einer, wie etwa Grünen-Landtagsabgeordneter Manfred Kern, schwärmt: „Das gambische Domoda ist ein Gedicht.“

Der Eintopf aus Lammfleisch, Kartoffeln, Kohl und Erdnusssoße besticht durch seine leichte Schärfe und ist sehr gefragt. Übers Essen lassen sich auch blendend Gespräche entwickeln, das ist an allen Tischen zu beobachten, wo das afghanische Kabile Palau, das eritreische Injera und der afrikanische Gemüsetopf munden.

Anrührende Lieder

Zum exotischen Mahl passen die afrikanischen Klänge, die der Chor „InTakt“ aus Brühl serviert. „Nicht, dass wir keine eigenen Chöre hier in Plankstadt hätten, aber dieser hat die Besonderheit, dass Stella, eine der afrikanischen Frauen, die hier in Plankstadt leben, dort singt“, erzählt Claudia Wiegand. Unterm Dirigat von Jens Hoffmann erheben sich die Stimmen zu anrührenden und mitreißenden Liedern.

Die Schüler der Friedrichschule gehen das Thema „Unterschiede und Ähnlichkeiten“ ganz pfiffig mit der gesprochenen Gegenüberstellung alltäglicher Aktionen an, an deren Aufzählungsende klar wird: „Wir sind äußerlich ganz verschieden, aber innerlich gleich.“ Beim Tanz „Super Dance“, werden die Tanzaktionen in verschiedenen Sprachen angesagt und von einigen Gästen gleich mitgetanzt – die Kinder auf der Bühne haben sichtlichen Spaß an der Sache, gerade, wenn es heißt Superman nachzuahmen. Das ist einen Riesenbeifall wert.

Ein brasilianisches Finger- und Gestenspiel wird immer schneller, bis sich gar Arme und Finger verheddern – im Spaß, versteht sich. Kaum von der Bühne runter, mischen sich die Schüler wieder unters echt bunte Volk, das sich sehr über die Trommelgruppe gefreut hätte, die aber auch nach längerem Warten leider nicht auftaucht.

Dennoch ist ein tolles „Fest der Kulturen“ mit Musik, Kulinarik, Spiel, Spaß und – den schwirrenden Stimmen nach zu urteilen – besten Unterhaltungen und Begegnungen und einem schönen Bild der harmonisierenden Kulturen, mit zufriedenen Organisatoren wie auch Gästen noch kurz vorm Regen zu Ende gegangen.

Info: Mehr Bilder vom bunten Fest gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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