Plankstadt

Kriminalstatistik 2019 gab es 12,1 Prozent weniger Straftaten in Plankstadt / Erster Rückgang seit 2015 / Niedriger Wert im Vergleich zu Nachbarorten

Abgetretene Außenspiegel fließen mit ein

Archivartikel

Plankstadt.In der Gemeinde gab es 2019 insgesamt 306 Straftaten – ein Rückgang um 42 Delikte und 12,1 Prozent. Dies ist das Ergebnis der polizeilichen Kriminalstatistik für den Revierbereich Schwetzingen, die am Mittwoch vorgestellt wurde.

Nachdem die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Straftaten seit 2015 in Plankstadt kontinuierlich von 261 auf 348 gestiegen war, ist nun erstmals wieder eine Senkung zu verzeichnen.

Bei der Häufigkeitsziffer liegt Plankstadt weit unter dem Durchschnitt. Dieser Wert beschreibt die Zahl der polizeilich bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, errechnet auf 100 000 Einwohner. Da steht die Gemeinde bei 2965. Im Vergleich zu Ketsch (3698), Oftersheim (5025), Schwetzingen (7894), Heidelberg (9117), Mannheim (10124) sowie dem Rhein-Neckar-Kreis (4415) und Baden-Württemberg (5184) ein niedriger Wert.

Pizzaboten überfallen

Generell hatten sich in Plankstadt 2019 fast keine Auffälligkeiten, spektakulären Taten oder Straftatserien ereignet. Lediglich eine Sachbeschädigungsserie an Autos (21 Fälle) Mitte Juli in der Leopoldstraße, in der Gutenbergstraße sowie in der Straße „Im Altrott“ ließ die Deliktzahl im Bereich der Straßenkriminalität deutlich von 66 auf 88 Fälle (+33,3 Prozent) ansteigen.

Und dann gab es noch einen einzigen Raub, bei dem im Juni 2019 drei junge Männer im Alter von 18 und 19 Jahren einen Pizzaboten überfallen hatten, aber noch in der gleichen Nacht festgenommen wurden – sie hatten sich nicht besonders clever angestellt. Dieser Fall gehört auch zu den insgesamt zehn Taten (+1) im Bereich Gewaltkriminalität, zu dem neben Raub auch gefährliche und schwere Körperverletzungen gehören.

Bei den Sexualdelikten klingt zwar die Erhöhung um 100 Prozent viel, mit sechs Fällen blieben sie insgesamt aber auf niedrigem Niveau. Bei den Diebstahlsdelikten war ein deutlicher Rückgang (von 95 auf 62/-34,7 Prozent) zu verzeichnen, der den absoluten Fünfjahrestiefstwert darstellt. Auch die Wohnungseinbrüche sind deutlich weniger geworden (von 15 auf fünf). Neben der umfangreichen Ermittlungsarbeit im Nachgang zu begangenen Einbrüchen hatten verschiedenste präventivpolizeiliche Maßnahmen einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt des Polizeipräsidiums Mannheim und des Polizeireviers Schwetzingen dargestellt, verdeutlichte Polizeirat Martin Scheel.

Auch die Autoaufbrüche wurden 2019 in Plankstadt weniger (von sechs auf drei), ebenso die Fahrraddiebstähle (von 20 auf 18) sowie die sogenannten Vermögens- und Fälschungsdelikte. Das sind meist Betrugsvarianten im Internet oder auch die Maschen „Enkeltrick“ und „Falsche Polizeibeamte“. Gerade hier ruft Scheel betroffene Menschen auf, sich unbedingt bei der Polizei zu melden: „Man braucht sich nicht zu schämen, das zur Anzeige zu bringen.“ Zurückgegangen sind auch die Rauschgiftdelikte im Ort (von 30 auf elf).

Steigerung bei Körperverletzungen

Bei den Sachbeschädigungen kommen auch die bereits erwähnten Außenspiegel in die Statistik, insgesamt waren es in Plankstadt 65 Fälle, neun mehr als 2018. Deutlich angestiegen sind die Fälle der Straßenkriminalität (+22), was sich auch hier durch die Kfz-Beschädigungen erklärt, die in mehreren Kategorien aufgelistet sind. Schließlich gab es noch bei den Körperverletzungen eine Steigerung von 37 auf 39 Fälle – dem Höchstwert in den vergangenen fünf Jahren.

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