Plankstadt

Weltfrauentag Erinnerung an Dr. Helene Klehr und Dr. Anna Rösch

Ärztinnen und Kämpferinnen

Archivartikel

Plankstadt.Heute ist Weltfrauentag. Er entstand auf Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und sollte beim Kampf um Gleichberechtigung und das Frauenwahlrecht ein Zeichen setzen. Deshalb soll an dieser Stelle an zwei Frauen aus Plankstadt erinnert werden, die sich mit dem Arztberuf in einem männerdominierten Bereich einen Namen gemacht haben: Dr. Helene Klehr und Dr. Anna Rösch.

Dr. Helene Klehr wurde 1913 geboren und starb 2004. Nachdem sie zunächst Dr. Ernst Klehr in seiner Plankstadter Praxis unterstützt hatte, ging sie nach Berlin und heiratete. Als Dr. Helene Laudage kehrte sie zurück und heiratete Dr. Ernst Klehr, um künftig mit ihm gemeinsam die ärztliche Praxis zu führen.

Nach dessen Zurruhesetzung und seinem Tod im Jahr 1971 führte sie die Praxis in der Friedrichstraße 7 allein. Längst hatte sie sich das Vertrauen der „Plänkschter“ erworben, durch ihre freundliche Art, ihre ständige Einsatzbereitschaft und ihr Fachwissen. In der Behandlung fast aller Krankheiten versiert, stellte die fachärztliche Überweisung eher die Ausnahme dar; was in der Praxis oder ambulant behandelt werden konnte, wurde auch behandelt.

Dr. Anna Rösch ist kurz vor Vollendung ihres 91. Lebensjahres 2005 verstorben. 1914 wurde sie in Plankstadt geboren. Sie begann nach dem Reichsarbeitsdienst das Studium der Medizin an der Uni Heidelberg. 1928 heiratete sie den Mediziner und „Plänkschter“ Dr. Wilhelm Rösch. Es war ihr großer Wunsch, sich in ihrem Heimatort als Ärztin niederzulassen, gerade weil sie wusste, dass viele Frauen zu einer Ärztin mehr Vertrauen entwickeln als zu einem männlichen Kollegen. Aber dies war nach dem Krieg gar nicht so einfach.

Die Akten des Gemeindearchivs geben darüber Auskunft, mit welch langwierigen behördlichen und verwaltungstechnischen Schwierigkeiten Dr. Anna Rösch wegen der kassenärztlichen Niederlassung zu kämpfen hatte. Nach Meinung der Ärztekammer war Plankstadt mit Ärzten völlig ausreichend versorgt. Nachdem sie 1948 ihre Praxis im Obergeschoss des Hauses Luisenstraße 9 – ihres Elternhauses – eröffnet hatte, musste sie zehn Jahre lang mit Ersatzkassen vorliebnehmen, bevor ihr nach dem Wegzug von Dr. Deussen 1955 und der schweren Erkrankung von Dr. Goldhofer 1961 die kassenärztliche Zulassung erteilt worden war. Nach dem Umzug ins neu erbaute Haus in der Schillerstraße führte sie dort ihre Praxis, bis sie sich 1978 zur Ruhe setzte. grö/uk

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