Plankstadt

SPD-Ortsverein Mitglieder feiern eigene Erfolge in der Kommunalpolitik / Sozialen Wohnungsbau in den Blick gerückt / Auszeichnungen für sechs langjährige Mitglieder

Angelika Elsner ist ihrer Partei seit 50 Jahren treu

Archivartikel

Plankstadt.Zur Jahresfeier versammelten sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins im Gemeindezentrum, wo durchweg Anspruchsvolles geboten wurde. Dazu gehörten interessante politische Aussagen, eine stilvolle Ehrung langjähriger Mitglieder sowie ein hervorragendes kaltes Buffet zum Brunch und ein musikalisches Programm mit vielen humorvollen Liedern in Kurpfälzer Mundart, erklärte der SPD-Ortsverein in einer Pressemitteilung. Fleißige Helfer hatten den Saal zuvor festlich dekoriert und das Buffet sorgsam angerichtet.

Den Auftakt der Veranstaltungen bildete der Mundartsänger Charly Weibel aus Reilingen mit dem besinnlichen Lied „Ich will, dass alles so weitergeht“. Im Anschluss begrüßte der Ortsvereinsvorsitzender Professor Dr. Jürgen Kegler die Anwesenden, insbesondere die Jubilare Angelika Elsner, Gaby Wacker und Herbert Meckler und ging dann auf die ersten 100 Tage der schwarz-roten Bundesregierung ein, wobei er in erster Linie eine neue europäische Vision vermisste.

Verärgert über CSU

Von der Bundes-SPD forderte er eine klare Stellungnahme zur Flüchtlingsfrage. Große Sorgen bereiteten das Erstarken der politischen Rechte und die CSU, bundesweit eine kleine Minderheit, spiele sich auf wie eine Bundespartei, erklärte Kegler. Eine gerechte Verteilung des Privatvermögens habe man bislang nicht zustande gebracht. Kegler forderte jährlich vom Bund 14 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau. In dieser Höhe würden sich auch die Kosten des Bundes für die Unterbringung der Flüchtlinge belaufen.

Eigene Erfolge gefeiert

Hinsichtlich der Kommunalpolitik konnte Kegler zwei durchschlagende Erfolge in besonders wichtigen Punkten vermelden: Sowohl bei der Frage einer Wiedereinführung der Straßenbahn sowie bei der geplanten Auslagerung der Sportplätze, beides von der SPD kategorisch abgelehnt, sei die Position der SPD beim Bürgerentscheid beziehungsweise der Bürgerbefragung mit jeweils über 70 Prozent bestätigt worden. Bei der Kommunalwahl 2014 habe man ein Mandat im Gemeinderat hinzugewonnen. Inzwischen sei jedoch dieser neue Gemeinderat zur CDU übergewechselt.

Bundestagsabgeordneter Lothar Binding, der ebenfalls teilnahm, ging zunächst auf den sozialen Wohnungsbau ein und stellte fest, dass die Bauwirtschaft ausgelastet sei. So sei man auf Subunternehmen aus dem europäischen Ausland angewiesen. Dagegen könne man nichts einwenden, schließlich sollte man darauf achten, dass es auch anderen europäischen Staaten gut gehe. Ferner sprach sich Bindung für ein Einwanderungsgesetz aus. Besonders hohes Vermögen müsste auch nachdrücklich besteuert werden. Charly Weibel lockerte die Stimmung im Anschluss mit dem humoristischen Song „Bleib man mit dem Hochdeitsch weg“ auf.

Gaby Wacker tritt 1973 ein

Dann folgte die Ehrung langjähriger Mitglieder durch den SPD-Landtagsabgeordneten Daniel Born. Vor 50 Jahren in einer Zeit des Umbruchs ist Angelika Elsner der Partei beigetreten. 1973, im Jahr des Beitritts von England in die EU, kam Gaby Wacker hinzu. England habe inzwischen den Brexit vollzogen, Gaby Wacker sei glücklicherweise nach 45 Jahren immer noch Mitglied der SPD. Seit drei Jahrzehnten machte sich Herbert Meckler als SPD-Mitglied verdient. Der Plankstadter SPD bescheinigte der Landtagsabgeordnete, dass sie einen hervorragenden Job mache.

Charly Weibel hatte mit seinem nächsten Liedvortrag „Geelariewesalohd“ die Lacher auf seiner Seite. Danach gab er Nachhilfeunterricht zum Reilinger Dialekt, ebenfalls eine köstliche Lachnummer.

Im Namen der Jubilare dankte Wacker für die Ehrungen. Sie erinnerte an einen Ausspruch von Karl-Peter Wettstein, der von den Genossen eine gewisse Leidensfähigkeit abverlange. Für sie selbst gebe es jedoch in keiner Weise eine politische Alternative.

Von Charly Weibel wünschte sich Gaby Wacker abschließend das Lied „Uffem Friedhouf, das Zentrum der Kommunikation“. Der Reilinger Mundartsänger erfüllte ihr gern diesen Wunsch und sang als Zugabe noch ein irisches Volkslied, das er von einem Besuch der Insel mitgebracht hatte. zg

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