Plankstadt

Kurpfälzer Narrenring Lose Vereinigung von 16 Fasnachtsvereinen der Region macht auf die Lage der Karnevalisten aufmerksam / Verständnis für Absagen erbeten

Anstecknadel als goldener Ersatz für Jahresorden

Archivartikel

Region.Es wird wohl ein trauriger Tag für alle Fasnachter, dieser Mittwoch. Denn normalerweise startet am 11.11. traditionsgemäß die Kampagne – aber unter Corona-Bedingungen muss die fünfte Jahreszeit diesmal de facto ausfallen. Schließlich sind gesellige Veranstaltungen, wie sie die Fasnacht ausmachen, nicht möglich. Um da wenigstens ein bisschen die Enttäuschung zu kompensieren und auf die Situation der Fasnachtsvereine aufmerksam zu machen, gibt der Kurpfälzer Narrenring einen gemeinsamen „Narrenpin“ heraus.

„Für alle, die den Kurpfälzer Narrenring nicht kennen, hier eine kurze Einführung in die Geschichte“, schreibt Wolfgang Eichhorn: „Der Kurpfälzer Narrenring ist eine lose Vereinigung aus 16 Karnevalsvereinen – KV Kollerkrotten Brühl, KV Narrhalla Ketsch, CC Grün-Weiß Oftersheim, CC-Blau-Weiß Plankstadt, CV Die Rohrhöfer Göggel, 1. Große Hockenheimer Carnevals-Gesellschaft, SCG Schwetzingen, ECC Eppelheim, Käskuche Reilingen, Frösche St. Ilgen, Astoria-Störche Walldorf, BW Wiesloch, KC Nussloch, BW Hockenheim, Luxe Altlußheim und Heidelberger Schloss-Narren – bestehend und gegründet am 10. April 1979. Nun ist der Kurpfälzer Narrenring auch schon wieder 41 Jahre alt. Das hätte im Jahre 1979 gewiss kein Mensch vorherzusagen gewagt, denn nach seiner seinerzeitigen Gründung hatte man ihm wahrlich keine allzu lange Lebensdauer vorausgesagt. Doch allen Unkenrufen und damaligen Propheten zum Trotz gibt es den Narrenring auch heute noch. Er steht auf einem recht stabilen Fundament und darf auch getrost der weiteren Zukunft entgegensehen.“

Gleichgesinnte Freunde

Vielleicht das Erfolgsgeheimnis laut Wolfgang Eichhorn: Die Interessengemeinschaft Kurpfälzer Narrenring ist kein Verein im klassischen Sinn, es gibt keine Satzung und keine großen, bindenden Regularien und er hat auch keinen Vorstand. Umso angesehener ist der Narrenring bei offiziellen Verbandsgremien als ernst zu nehmender Faktor und Partner. Mehr wollen die Mitgliedsvereine auch gar nicht, vor allem keine aufreibenden „Muskelspiele“. Man wollte sich von vornherein nicht besonders exponieren oder gar als „Nabel der Kurpfälzer Fastnacht“ angesehen werden. Alles, was man sein wollte und auch weiterhin sein will, ist nichts anderes als ein lockerer Kreis von gleichgesinnten Freunden über Orts- und Stadtgrenzen hinaus.

„Wir müssen uns voll und ganz den Maßstäben und Entscheidungen der Politik unterziehen – sowohl bei positiven als auch bei negativen Beschlüssen. Um selbst vorbereitet und bereit zu sein, muss jeder Verein ein umfassendes Konzept haben, um die Kampagne möglichst sicher, gesellschaftlich verträglich und entsprechend der Sicherheitsmaßnahmen durchführen zu können“, so hieß es noch bei der Videokonferenz des Kurpfälzer Narrenrings bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr dieses Jahres. Doch jetzt ist gewiss, dass bei der derzeitigen Lage und den aktuellen Bestimmungen kein Weg an einer Absage der Veranstaltungen zur Kampagne 2020/21 vorbeigeht, denn die Gesundheit der eigenen Aktiven sowie der Gäste und Besucher geht vor allem.

Tollitäten bleiben im Amt

Aufgrund fehlender Einnahmen wegen wegbrechenden Veranstaltungen hat sich schon frühzeitig herauskristallisiert, dass kein Verein in der Kampagne 2020/21 einen neuen Jahresorden präsentieren wird. Deshalb hat der Kurpfälzer Narrenring auf Anregung von Jürgen Abel (Präsident von Grün-Weiß Oftersheim) und unter Umsetzung von Gregor Ries (Vorsitzender Narrhalla Ketsch) für einen Narrenring-Pin entschieden, wobei es jedem Verein freigestellt ist, wie er diesen verteilt. Abschließend sei noch erwähnt, dass alle Tollitäten, welche in der Kampagne 2019/20 inthronisiert wurden auch für die Kampagne 2020/21 zur Verfügung stehen.

„Wir verstehen, dass die Entscheidung zur Absage der Veranstaltungen für einige sehr enttäuschend sein mag, bitten jedoch um Verständnis für die Entscheidung. Bleibt alle gesund“, schreibt Wolfgang Eichhorn abschließend. zg

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