Plankstadt

Haus und Grund Fachanwälte Wolfgang Reineke und Michael Rudolf geben Denkanstöße / Ende eines Mietvertrags und Pflegefall im Fokus der Vorträge

Bei Wohnungsabnahme ganz genau hinschauen

Archivartikel

Plankstadt.An einer Wohnungsabnahme kommt kein Vermieter vorbei, wenn der Mietvertrag endet. Fakt ist indes auch, dass man bei kaum einem anderen Vorgang in einem Mietverhältnis alles richtig oder alles falsch machen kann, heißt es in einer Pressemitteilung. Groß war daher das Interesse für das Immobilien-und Erbrechtsforum, zu welchem der Verein Haus & Grund Region Schwetzingen-Hockenheim Mitglieder und Gäste in den „Kleinen Plänkschter“ eingeladen hatte.

Fachanwalt Wolfgang Reineke beleuchtete eingehend den Ablauf einer Wohnungsabnahme einschließlich Erstellung eines Rückgabeprotokolls sowie den Umgang mit vorgefundenen Mängeln. Gerade bei Letzteren seien Art und Umfang der auftauchenden Fragen kaum zu überblicken. Wie grenzt man einen Schaden von einer „noch vertragsgemäßen Abnutzung“ ab? Bei sogenannten Raucherwohnungen etwa kann dabei heftiger Streit entstehen. Und wenn es sich um einen Schaden handelt: Wie wird dieser bei Gegenständen bemessen, die schon einige Jahre alt sind?

Vorsicht bei Verjährungsfrist

Im Hinblick auf „versteckte Mängel“ sei es auch riskant, ein Wohnungsabnahmeprotokoll vorbehaltlos zu unterzeichnen. Mancher Vermieter habe erst bei einem zweiten Durchgang und bei „richtigem Licht“ Schäden entdeckt, die dann – so die gängige Rechtsprechung – aber nicht mehr geltend gemacht werden können. Vorsicht sei auch wegen der ganz kurzen Verjährungsfrist von sechs Monaten geboten. In ganz engem Zusammenhang mit der Abnahme stehe schließlich eine vom Mieter gestellte Sicherheitsleistung, die sogenannte Kaution. Unter welchen Voraussetzungen diese vom Vermieter im Einzelfall in Anspruch genommen werden kann und wie sie abzurechnen ist, wurde eingehend erläutert. Nicht möglich sei dies – so die neuere Rechtsprechung – im noch laufenden Mietverhältnis.

Nicht minder interessant waren die Ausführungen des Fachanwalts Michael Rudolf im zweiten Teil des Abends, so die Mitteilung. Dass wir immer älter werden, sei zwar an sich eine erfreuliche Entwicklung. Aber mit dem Alter steige auch die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden – und Pflege koste viel Geld. Nicht selten passiere es deshalb, dass das Familienheim im Pflegefall verkauft oder erheblich belastet werden müsse. Kinder oder nahe Angehörige liefen Gefahr, leer auszugehen. Auch bei einer Testamentsgestaltung müsse man an den Pflegefall des längstlebenden Ehegatten denken.

Wie aber erhalte ich mein Vermögen für meine Angehörigen? Hierzu gab es eine Reihe von Denkanstößen. Denn durch eine zum richtigen Zeitpunkt optimal gestaltete Vermögensübergabe könne die Inanspruchnahme des den späteren Erben zugedachten Vermögens nicht nur ganz oder zumindest teilweise vermieden werden, sondern gleichzeitig könnten auf diese Weise später anfallende Erbschaftssteuern sowie Streitigkeiten unter den Beteiligten nach dem Erbfall minimiert und der Zugriff des Finanzamtes oder anderer Stellen auf Haus, Grundstück und Sparbuch klein gehalten oder ganz vermieden werden.

Das nächste Immobilien- und Erbrechtsforum von Haus & Grund findet am Mittwoch, 20. März, in der Brühler „Traube“ zum Thema „Mietpreisbremse“ statt. zg

Info: www.haus-und-grund-region-schwetzingen-hockenheim.de

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