Plankstadt

St. Nikolaus Martina Mehrer zeigt mit ihrem Konzert den „Zauber der Weihnacht“ / Klassische und moderne Stücke in wechselnden Konstellationen der „Konzertfamilie“

Besinnliche Melodien berühren die Herzen

Archivartikel

Plankstadt.Es ist wie ein kleines Weihnachtswunder, was Martina Mehrer da Jahr für Jahr auf die Beine stellt. Und auch dieses Mal hat sie es geschafft, die Bänke der katholischen Kirche St. Nikolaus ordentlich zu füllen – mit Menschen, die den guten Zweck unterstützen möchten.

Denn der Erlös aus den Spenden für ihr Weihnachtskonzert soll einem Wohnprojekt in Schwetzingen für junge behinderte Menschen zugutekommen. Für das Konzert konnte Martina Mehrer auf Unterstützung von Familie und Freunden zählen und so war es eine beachtliche Anzahl an Musikern, die den Abend nicht langweilig werden ließen, sondern stets neue Impulse und Hörerlebnisse boten.

Es fing schon richtig besinnlich an, als alle Mitwirkenden in der prächtig bunt illuminierten Kirche im Mittelgang nach vorne zogen und dabei mit klaren Stimmen „Zu Bethlehem geboren“ sangen. Da war der „Zauber der Weihnacht“ – wie das Motto des Abends lautete – plötzlich greifbar. Dann ging es in den klassischen Teil des Programms. So sang Bariton Siegfried Wosnitzka unter anderem auf ergreifende Weise das „Ave Maria“, begleitet von Birgit Amail-Funk am Klavier.

Herzerwärmende Rolle

Ein besonderer Besuch war Julius Demuth mit seiner Klavierlehrerin Ulrike Alt. Julius hat das Down-Syndrom und ist ein langjähriger Freund von Martina Mehrers Sohn Marc, der ebenfalls das Down-Syndrom hat. Er spielte mit viel Freude „O du fröhliche“ und „Was soll das bedeuten“. Marc Mehrer selbst hatte eine herzerwärmende Rolle im Konzert: Er las gemeinsam mit seiner Tante Carmen Rosenberger eine Geschichte vom Weihnachtswichtel und dem kleinen Bären. Mit seinem augenzwinkernden Vortrag hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Einen beeindruckenden Zusammenklang ließen Mona Mehrer, Martina Mehrers Tochter, und ihre Cousinen Christina und Perina Rosenberger hören. „Und wenn er wirklich wiederkäm“ fragten sie sich mit klaren Stimmen und wunderbaren Harmonien. Später überzeugten sie das Publikum mit dem Hit „I see Fire“, dem Titelsong des Films „Der kleine Hobbit“ sowie mit Soloeinlagen.

Birgit Amail-Funk hatte ihre Tochter Isabelle Funk dabei und spielte mit ihr vierhändig das Stück „Hand in Hand“ von Istvan Szeleny, ein ungarischer Pianist und Komponist. Dass Isabelle trotz Vorbereitungen auf das Abitur dabei sein konnte, freute Organisatorin Martina Mehrer besonders. Natürlich zeigte auch Martina Mehrer im Laufe des Konzerts, was stimmlich in ihr steckt – glockenklarer Klang, der die Herzen der Zuhörer zu berühren vermag.

Sie entführte unter anderem mit einem Medley aus Musik vom Engelbert Humperdinck das Publikum in die Welt des Märchens „Hänsel und Gretel“. Bei Stücken wie „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ oder „Ein Männlein steht im Walde“ zeigte sich, wie gut sie mit ihrer Freundin Birgit Amail-Funk, die auch sang, harmoniert.

Selbstbestimmtheit erhalten

Die Einnahmen des Konzerts kommen einem Wohnprojekt in der Schützenstraße in Schwetzingen zugute, das die Vereine „Pro Down“ und „Habito“ mit Unterstützung der Stadt verwirklichen wollen. Dort möchte Marc Mehrer mit seinen Freunden einziehen. „Weil sie eben nicht das Rundum-sorglos-Paket eines Heimes wählen, sondern ihre Selbstbestimmtheit erhalten wollen“, berichtete Gila Wrensch-Demuth, stellvertretende Vorsitzende von „Pro Down“.

Das honorierten auch die Gäste wie beispielsweise Maria Kühnle aus Hockenheim: „Wenn die Jungen so gefördert werden, dann muss man das unterstützen.“ Auch die Patentante von Julius, Regina Arendt, steht hinter dem Projekt. „Bin bin begeistert, wie engagiert die Eltern von Marc dieses Konzert auf die Beine stellen“, sagte sie.

„Nur durch das Engagement jedes einzelnen und viele Helfer im Hintergrund ist dieses Konzert möglich. Und das Publikum vollendet jedes Jahr mein Glück“, zeigte sich Martina Mehrer am Ende zufrieden. Nächstes Jahr, gleiche Zeit, gleicher Ort, gleicher Zauber – das verspricht sie.

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