Plankstadt

Chorgemeinschaft Begeistertes Publikum bei der Sängerfasnacht / Programm ausschließlich von eigenen Kräften gestaltet

Das ist im nächsten Jahr nur schwer zu toppen

Plankstadt.Obwohl krankheitsbedingt die Sängerfasnacht der Chorgemeinschaft im fast voll besetzten Vereinshaus TSG-Eintracht-Clubhaus „Eviva“ von wenigen Akteuren aus den eigenen Reihen geschultert werden musste, ging die Post ab – und wie. Das närrische Programm moderierte Gottfried Sauter, der als gebeutelter „Sondierer“ gerade aus Berlin zurückgekommen war. Er votierte für die „Sahara-Koalition“ mit dem Tipp: „Schickt sie all’ in die Wüste.“

Und so stieg Eisbrecherin Roswitha Kolb als Protokollerin in die Bütt. Gekonnt hielt sie den Narrenspiegel vor, in dem sie das Sängerjahr in lustigen, manchmal auch kritischen Reimen Revue passieren ließ. Dann erklomm ein „Mann mit guten Vorsätzen“ alias Karlheinz Kolb mit einem tollen Vortrag die Bütt, der ein paar Pfunde loswerden wollte und bis zur Zwischengröße abgespeckt hat. „Nix is jetzt noch im Proporz – des is zu lang un des zu korz.“

Märchenerzählerin Heidi Günther hatte eine gereimte Persiflage über Hänsel und Gretel in petto: „Net emol in Kaste Bier war im Haus, un so musste se in de Wald hinaus.“ Als Überraschungsgast „roigelosst“ wurde Johannes Heesters alias Ludwig Fischer in Frack, Zylinder und weißem Schal. Mit „Ich werde 100 Jahre alt“ in Playback gesungen, eroberte er die närrischen Herzen im Sturm. Großes Gelächter begleitete auch den Einzug des Sängers Ralf Bendix alias Karlheinz Kolb mit der „Kinnerschees“, in dem sich ein pausbackiges „rosa XXL-Baby“ nämlich Reinhold Gund, sichtlich wohlfühlte.

Den Büttenreigen schlossen dann die unverwüstlichen Urgesteine der Sängerfasnacht: Reinhold Gund berichtete als heruntergekommener Stadtstreicher von seinen Erlebnissen: „Und geht’s mir finanziell nicht gut, spend ich beim Rote Kreuz mein Blut, aufgrund des Alkoholgehalts sin meine Spenden a sehr beliebt, weil es die so selten gibt. Denn die wandern dann in solchen Fällen, als Spätauslese zu de Ärztebälle.“

Mit den „Erfahrungen eines Rentners“ tat Karlheinz Kolb kund, was aus dem Mann im Laufe der Jahrtausende geworden ist. Nämlich vom Mammut-Jäger bis zum heutigen Rentner: „Statt in Speer trägt er heut ä Tasch und anstatt jetzt Mammute zu jagen, schiebt er brav den Einkaufswagen.“ Die Narrenschar war aus dem Häuschen. Und als wär das alles nicht genug, endete die Sängerfasnacht mit einem furiosen Finale: „Die Vögelein vom Titicacasee“ unter der urkomischen Anleitung der früheren Eintracht-Clubhaus-Wirtin Helga Weber. „ Das war heute das Beste – wie wollt Ihr das im nächsten Jahr toppen?“, meinten die langjährigen Besucher Gudrun und Norbert Eberwein sowie Margarethe und Günter Öttinger. hgü

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