Plankstadt

Bauprojekte Abseits des Kampfs mit Corona geht es bei Gebäuden voran / Dienstleistungsgebäude auf Adler-Areal fertiggestellt / Entscheidung um Mehrzweckhalle

Der Rathausanbau verschwindet

Archivartikel

Plankstadt.Sicherlich überschattet das Aufkommen des neuartigen Coronavirus den Rückblick auf das Jahr. Schließlich legte es das öffentliche Leben weitgehend lahm. Der Backenbläserumzug war die letzte große Veranstaltung in Plankstadt, ehe solche Events wegen der Infektionsgefahr undenkbar wurden. Schön, dass der Plankstadter Carneval Club (PCC) sein 50-jähriges Bestehen damit würdig begehen konnte.

Doch das alles bedeutet nicht, dass nichts passiert wäre und daher möchten wir den Fokus auf die Geschehnisse außerhalb von Corona legen. Es ist sogar einiges vorangegangen – vor allem, was Bauprojekte betrifft. So konnten die Arbeiten am neuen Dienstleistungsgebäude auf dem Adler-Areal fertiggestellt und die Räume von den Mietern bezogen werden. Für die Öffentlichkeit passierte das so nebenbei – denn aufgrund der Pandemie war eine offizielle Einweihung nicht möglich. Das i-Tüpfelchen war die Einweihung einer Tafel, die an das ehemalige Gasthaus „Adler“ erinnert, das an dieser Stelle stand.

Neu gestalteter Innenhof

Von der Fertigstellung des Gebäudes profitierte auch der Heimat- und Kulturkreis, denn er bekam einen neu gestalteten Innenhof für das an das Adler-Areal angrenzende Heimatmuseum. Schmuckstück dort ist der nun komplettierte historische Brunnen.

Sicherlich ebenso ortsprägend wird der neue Rathausanbau sein. Die Arbeiten dafür starteten ebenso in diesem Jahr. Zunächst zog im Frühjahr die Verwaltung in eine eigens aufgebaute Containeranlage am Festplatz, dann rückten die Bagger an und rissen den Anbau aus den 1960er Jahren ab. Nur wenige Tage dauerte es, bis der Gebäudeteil dem Erdboden gleich gemacht war.

Und einige Überraschungen galt es gleich mit zu bewältigen. So musste die Giebelwand in Verbindung zum denkmalgeschützten Altbau neu gemauert werden, was eigentlich nicht eingeplant gewesen war. Aber bisher glückte alles und Anfang Dezember wurde der Grundstein in die Wand eingemauert – gefüllt mit Unterlagen zu diesem besonderen Jahr als Erinnerung für spätere Generationen.

In Bezug auf die Mehrzweckhalle und ihren dringenden Sanierungsbedarf wurde im vergangenen Jahr eine Entscheidung fällig, nachdem bereits 2019 eine Machbarkeitsstudie gezeigt hatte, dass eine komplette Sanierung nicht wirtschaftlich sei. In einem ersten Bauabschnitt soll nun an die Kegelhalle in der Mehrzweckhalle eine Drei-Feld-Sporthalle sowie eine Zwei-Feld-Kultur- und Sporthalle angebaut werden. In einem zweiten Bauabschnitt soll die Mehrzweckhalle bis auf die Kegelhalle, die Gastronomie und die Wohnungen abgebrochen werden. Dafür soll anstelle des alten Foyers ein neues Gebäude mit dem Namen „Haus der Vereine“ entstehen. Nach dem Abbruch der Mehrzweckhalle und dem Bau des „Hauses der Vereine“ soll dann anstelle der bisherigen Bebauung auf den gemeindeeigenen Grundstücken das neue „Kultur- und Sportquartier Westende“ entwickelt werden.

Bereits entwickelt ist das Antoniusquartier, in dem immer mehr Häuser fertiggestellt wurden und werden. 2020 hat die Gemeinde außerdem den Investor enthüllt, der sich um den Geschosswohnungsbau in diesem Gebiet kümmert: Diringer & Scheidel. Dem Unternehmen konnte außerdem bereits die Genehmigung für den ersten Bauabschnitt überreicht werden.

Für alle sichtbar war zudem der Beginn des Kreiselneubaus am westlichen Ortseingang. Einspuriger Verkehr und Ampelregelung waren die Folge. Doch die Gemeinde ist im Zeitplan – auch wenn weiterhin Einschränkungen notwendig sind.

Ferner wurden Sanierungsarbeiten an beiden Grundschulen durchgeführt. Und die Nahversorgung soll sich verbessern. Dafür konnte Bürgermeister Nils Drescher den Verantwortlichen bei Edeka für den geplanten Markt in der Jahnstraße die Baugenehmigung erteilen. Außerdem hat der Gemeinderat beschlossen, das Gewerbegebiet zu erweitern.

Halbzeit für Nils Drescher

Bürgermeister Nils Drescher war 2020 vier Jahre im Amt – damit ist für ihn zunächst Halbzeit dieser Amtsperiode. Im Rathaus gab es einen größeren Wechsel: Doris Grossmann übernahm von Philipp Sweeney die Leitung des Bürgeramts. Im Gemeinderat übergab Dr. Dr. Ulrich Mende von der SPD den Fraktionsvorsitz an Jutta Schneider.

Die Vereine hatten ein turbulentes Jahr mit vielen Auflagen zu bewältigen. Bei der TSG Eintracht sorgte das Ausscheiden von Tobias Rösch aus dem Vorstandsteam für kurze Irritation – wobei sich zeigte, dass das Team alles im Griff hat.

30 Jahre Wiedervereinigung standen 2020 ebenfalls im Kalender. In Plankstadt schlug sich dieses Ereignis an der Linde nieder, die damals von Rudi Lerche gepflanzt worden war. Gemeinsam mit Bürgermeister Nils Drescher enthüllte Lerche am mittlerweile stattlichen Baum ein neues Hinweisschild, um das besondere Datum zu würdigen.

Ein besonderes Datum ist das Jahr 2021 auf jeden Fall für die Gemeinde, denn vor 1250 Jahren wurde Plankstadt zum ersten Mal im Lorscher Codex erwähnt. Es bleibt zu hoffen, dass die Pandemielage das Feiern der großen geplanten Jubiläumswoche im Juli möglich macht. Und es wäre auch den Vereinen zu wünschen, die mit den Lockdowns und dem Wegfall der Gemeinschaft ein düsteres Jahr zu überstehen hatten.

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