Plankstadt

Die Seifenblase der Menschen

Archivartikel

Laura Amato ist Veganerin aus Überzeugung

Oft genug höre ich von Menschen: „Ich liebe Tiere, aber natürlich esse ich Fleisch, das ist einfach natürlich und wurde schon immer so gemacht.“ Einerseits sind Tiere sowie das Tierwohl der Person angeblich wichtig, aber zum Mittagessen können sie ruhig tot auf dem Teller liegen. Traditionen sind nach diesem Statement außerdem immer gut und richtig. Ich möchte niemanden missionieren, aber man sollte über diesen Widerspruch einmal nachdenken. Mir ist unklar, wie man sich als Tierliebhaber bezeichnen kann, wenn einem das Leiden der Nutztiere völlig egal ist. Wenn Hunde oder Katzen getreten werden, wird augenscheinlich die ganze Menschheit zum Tierschützer. Liegt ein Stück Rind auf dem Teller, war es von Anfang an seine Bestimmung, dort zu landen. Der Mensch hat an irgendeinem Punkt akzeptiert, dass „niedrige“ Arten zum Eigennutz da und keine Lebewesen sind.

Auch finde ich es paradox, dass beispielsweise Fast-Food-Ketten anpreisen, dass sie das Tierwohl unterstützen und gleichzeitig Chickenwings grillen. „Mit jedem Kilo verkauften Fleisch unterstützen Sie eine Organisation für Tierwohl“, werben sogar einige. Übersetzt heißt das: „Kauft tote Tiere, damit die Tiere, die später fürs Mittagessen sterben, einen Quadratzentimeter mehr Lebensraum haben.“ Wenn man anpreist, sich für Tierwohl einzusetzen, sollte man bedenken, dass Massentierhaltung keinesfalls artgerecht sein kann, wenn am Ende des Tages der Profit stimmen soll. Küken werden von ihren Müttern in engen Käfigen zu Tode gedrückt, Kühe werden geschwängert und bekommen ihre Kälber entrissen, um Milch zu produzieren. Der Mensch lebt nun mal gerne in der Seifenblase und Illusion, dass das Essen nur Essen ist und kein Lebewesen war.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional