Plankstadt

Welde-Brauerei Das „Hopfe zopfe“ in Sandhausen fällt wegen Corona aus / Bier wird dennoch aus der exklusiven Zutat gebraut

Dolden werden maschinell geerntet

Archivartikel

Plankstadt/Sandhausen.Die gute Nachricht zuerst: Das Welde No.1 Slow Beer Pils wird im September wieder mit Sandhäuser Hopfen gebraut, heißt es in einer Pressemitteilung der Brauerei. Sobald die großen, mit duftenden Hopfendolden gefüllten Jutesäcke auf dem Brauereihof der Welde-Braumanufaktur in Plankstadt angekommen sind, geht’s los.

Günther Köhler, Hauptamtsleiter des Sandhäuser Rathauses, fährt die kostbare Fracht höchstpersönlich im Lastwagen in die Hallertau und zurück. Geschäftsleitung und Brauer der Welde-Braumanufaktur bedauern sehr, dass das beliebte und traditionell handwerkliche „Hopfezopfe“ in Sandhausen in diesem Corona-Jahr ausfallen muss. Die Hopfenernte und das Hopfenfest sind jährlich Anfang September ein gleichermaßen vergnüglicher und interessanter Anlass, sich auf dem Rathausplatz der Hopfengemeinde Sandhausen zu treffen und ein traditionelles und altes Handwerk wieder aufleben zu lassen.

Ehrenamtliche Pflege

Auf dem kleinen Hopfenfeld in Sandhausen sind die Hopfenranken gut gewachsen, das bestätigen auch die engagierten Hopfenbauern, die vor allem aus den Reihen des Männergesangvereins Germania kommen. Sie hegen und pflegen das Feld ehrenamtlich das ganze Jahr über.

Dass das Hopfenfest in diesem Jahr ausfallen muss, finden auch sie sehr schade, sind doch die Einnahmen aus dem Fest eine willkommene und wichtige Finanzspritze für die Vereinskasse. Aber die Gesundheit der Sänger und ihrer mitarbeitenden Familien, der vielen Hopfenpflücker und -pflückerinnen und Festbesucher und -besucherinnen gehe natürlich vor, so der MGV-Vorstand.

So sieht das auch Sandhausens Bürgermeister Georg Kletti, der schweren Herzens nun auch die beliebte Straßenkerwe in seiner Gemeinde absagen musste, bei der mit dem Plankstadter Welde-Pils mit Sandhäuser Hopfen normalerweise ein ordentliches Fass angestochen wird. Kletti schaut nach vorn auf das Jahr 2021, „wenn diese Tradition hoffentlich wieder wie gewohnt fortgesetzt werden kann“, wie er in einem Brief an seine Bürger schreibt.

Damit die Dolden dennoch von den Ranken gezupft werden und den Plankstadter Gerstensaft veredeln können, werden die Hopfen früh morgens von ihren Führungsdrähten getrennt, verladen und reisen schließlich mittels Lastwagen von Sandhausen in die Hallertau. Dort, inmitten des größten Hopfenanbaugebietes der Welt, liegt rund 20 Kilometer östlich von Ingolstadt der idyllische Weiher Wildenberg-Schweinbach.

In Säcke verpackt

Der ortsansässige Hopfenbauer Fredy Hermann stellt seine Maschine zur Verfügung, die die Dolden von den Ranken zupft und auch gleich in Säcke verpackt. Dabei wird natürlich akribisch darauf geachtet, dass auch nur der Sandhäuser Hopfen in der Jute landet, verspricht die Brauerei. Der Transport zurück nach Plankstadt erfolgt, sobald der letzte große Sack auf der Ladefläche verstaut ist. Und das ist eigentlich wie immer in den vergangenen 15 Jahren, heißt es in der Pressemitteilung abschließend. zg

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