Plankstadt

Caritas-Altenzentrum Rotary Club Schwetzingen-Kurpfalz übergibt Bouleplatz an Award-Gewinner 2019 / Bewohnerin Hannelore Heiden mit spontaner Dankesrede

Drescher geht vor Rührung auf die Knie

Archivartikel

PLANKSTADT.Nicht nur die Sonne lachte, sondern auch die Herzen der Anwesenden, als Professor Dr. Michael Hauth, seit gerade mal einer Woche Präsident der Schwetzinger Rotarier, voller Freude den Rotary Award 2019 in Form eines neuen Bouleplatzes an die Bewohner übergab. Fast hätte man sich nicht in einem der beiden Gärten des Seniorenwohnheims wähnen können, sondern in Südfrankreich, von wo aus das Boule-Spiel zu uns kam.

Denn nicht nur das Wetter war entsprechend, sondern auch mit eleganten Strohhüten und Sommerkleidern passend ausgestattete Bewohnerinnen verbreiteten das richtige Flair, während Küchenleiter Patrick Heyda darauf wartete, die Teilnehmer mit kleinen Köstlichkeiten vom Sekt- und Speisebuffet aus hauseigener Produktion verführen zu dürfen.

Kleiner Platz – große Gefühle

Die Leiterin des Caritas-Altenzentrums Sancta Maria (CAZ), Martha Trautwein, bedankte sich unter anderem bei Fritz Sold junior, Landschaftsbauer aus Plankstadt, der die neue Fläche für südländischen Spielgenuss in nur etwas mehr als drei Wochen realisiert hatte. Ihr Dank ging auch an alle Mitarbeiter für ihren unermüdlichen Einsatz für die Bewohner, den sie mit viel Herzblut erbringen würden, und natürlich insbesondere an den Rotary Club Schwetzingen-Kurpfalz, der mit einer vierköpfigen Delegation vor Ort vertreten war, ohne den die Umsetzung nicht möglich gewesen wäre. „Wir haben einen richtigen Kraftakt in der Corona-Krise leisten müssen, haben die Zeit aber auch genutzt,“ so Martha Trautwein, die hinzufügte: „Corona kam – und dann war der Bouleplatz fertig. Übrigens dürfen auch kleinere Gruppen von außen den Platz nach Absprache nutzen.“

Bürgermeister Nils Drescher betonte, wie sehr er sich über das zusätzliche Stück Lebensqualität für die Menschen im CAZ freue, wurde dabei aber von Heimbewohnerin Hannelore Heiden unterbrochen, aus der es voller Emotionen herausplatzte: „Vielen lieben Dank an Sie, ich bin fast blind, aber es ist so schön, diese Wärme zu spüren, sie machen unser Leben lebenswerter. Vielen vielen Dank.“ Das Oberhaupt der Gemeinde ging auf die Knie, um mit der Frau auf Augenhöhe zu sein, die im Rollstuhl saß, bevor er antwortete. Vollkommen überwältigt und spürbar gerührt von so viel Gefühl entgegnete das Gemeindeoberhaupt: „Diesen Dank, den ich zu Unrecht bekommen habe, gebe ich gerne weiter“ – und sah dabei Professsor Dr. Hauth an, bevor er ergänzte: „Diese Wärme spüre ich auch, aber nicht nur wegen der Sonne.“

Für den Rotarier-Präsidenten war es laut eigener Aussage ein ganz besonderer Tag, weil er als erste öffentliche Amtshandlung wieder einen Preis übergeben könne, der ihm sehr am Herzen läge. Kein Wunder, denn es war seine Initiative, die zur Einführung des Rotary Awards geführt hat, als er 2015/2016 schon einmal Vorsitzender war. „Ich freue mich, Ihnen diesen modernen Platz übergeben zu können, der hervorragend zum ebenso modernen Gebäude passt. Gerade mal etwas über eine Woche habe ich die Präsidentschaft inne.“ Worte, nach denen er zur Erheiterung aller sofort von seinem Vorgänger Marc-Phillip Unger lachend unterbrochen wurde: „Seitdem hat er die Kette nicht mehr ausgezogen“, womit das prachtvolle Schmuckstück gemeint war, das auf sein Amt hinweist und das nicht nur vom Rotarier-Radsymbol geziert wird, sondern auf dem auch die Namen aller bisheriger Vorsitzender stehen.

Gerne erinnere er sich auch an den ersten Award, der im Zeichen von der Begegnung von Jung und Alt gestanden hatte, und berichtete von einigen der vielen weiteren wohltätigen Projekte, wie dem aktuellen im fernen Indien bei dem es unter dem Motto „Zukunft gestalten, Heimat stärken“ um Alphabetisierung und darum ginge, tausenden von Menschen vor Ort eine Perspektive in ihrer Heimat zu geben.

Langgehegter Wunsch wird wahr

Für Martha Trautwein geht mit dem Boule-Platz ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. „Ich bin seit 1997 hier und habe auch den großen Neubau von 2003 mitbekommen. Die Bewohner haben durch die moderne Bauweise jetzt natürlich viel mehr Platz, aber der alte Bouleplatz musste deswegen leider weichen. Als ich 2019 vom Rotary Award erfuhr, war es für mich sofort klar, dass wir teilnehmen. Als wir am 6. Juli im vergangenen Jahr die Nachricht erhielten, dass wir gewonnen haben, war die Freude riesig,“ berichtete die Leiterin und fügte hinzu: „Es ist toll, dass die Bewohner jetzt eine Möglichkeit haben, in ihrem Garten Boule miteinander zu spielen. Seit ersten Juli dürfen übrigens die Angehörigen mit bis zu zwei Personen auf einmal wieder ihre Lieben hier besuchen. Da wird bestimmt auch so manches Spiel gemacht werden.“

Die Lockerung freute ebenso Nils Drescher, der mitteilte: „Ich bin mindestens zwei bis drei Mal im Monat hier, oft, um zum 80., 90. oder auch 100. Geburtstag zu gratulieren. In den letzten Monaten konnte ich aber nur an der Tür die Geschenke abgeben. Dass ich jetzt wieder persönlich gratulieren und den Menschen begegnen kann, ist für mich ein großes Glück.“ Beim gemütlichen Ausklang der feierlichen Übergabe fanden Rotarier, Bewohner und Mitarbeiter nicht nur beim regen Austausch, sondern auch beim Spiel zusammen und weihten den Platz so gemeinsam ein, Corona-konforme Desinfektion der Hände und Kugeln inklusive, was den Spielspaß aber in keiner Weise minderte.

Seine Eindrücke von der Veranstaltung fasste Rotarier-Mitglied Harald Weimer so zusammen: „So was wie heute, da kommt so viel zurück, da weiß man wieder, wieso man das macht.“ Dem konnte sich Präsident Prof. Dr. Michael Hauth nur anschließen und kommentierte: „Stimmt. Das war ganz großes Kino heute.“

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