Plankstadt

Postillion Verein möchte auch weiterhin nicht in andere Regionen expandieren / Zufrieden mit der Entwicklung der mobilen Jugendarbeit

Eigene Fachschule für Sozialpädagogik soll Fachkräftemangel lösen

Archivartikel

Plankstadt.Gute Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und deren Familien zu schaffen, hat sich der Verein Postillion zur Aufgabe gesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung. Knapp 70 Einrichtungen und Dienste im Rhein-Neckar-Kreis – auch in Plankstadt – unterhält der Verein, um dies zu verwirklichen. Denn die Anfragen nach neuen Angeboten nimmt nicht ab, wie der geschäftsführende Vorsitzende, Stefan Lenz, anlässlich des Jahresberichts verkündete.

Insbesondere die Waldkindergärten und Waldhorte als Angebote für Schulkinder genössen große Beliebtheit. Es gebe für die Entwicklung der Kinder viele positive Aspekte, vor allem die Möglichkeit der Bewegung. 15 Waldeinrichtungen werden es zum Jahresende 2019 sein, so Lenz. Der Verein ist gewachsen und damit auch die Struktur. Ende 2018 ist der Bereich der Krippen in die Hände eines neuen Vorstandsmitglieds gelegt worden: Dr. Isabel Lehenmeier, die mit zwei Bereichsleitungen alle 32 Kinderkrippen des Vereins betreut und auch für die fachliche Weiterentwicklung zuständig ist. Wie Stefan Lenz betonte, wird sich die Kinder- und Jugendhilfe in den nächsten Jahren verändern. Der Postillion setzt sehr stark auf eine integriert-sozialräumliche Kinder- und Jugendhilfe, mit einer Vernetzung von präventiven, aber auch unterstützenden Hilfen zur Erziehung. Hierzu startet der Verein im August im Trägerverbund mit einem Erfurter Träger in einem Stadtteil in Erfurt ein sozialräumlich integriertes Erziehungshilfeangebot. Erstmalig wird der Verein daher auch außerhalb der Region tätig sein. Eine Expansion in andere Regionen ist jedoch nicht geplant. Der Postillion wird ein Rhein-Neckar-Kreis-Verein bleiben.

Angebote bündeln

Der Postillion wird die gesamte Schulkinderbetreuung verändern. Ende 2019 soll hierfür eine gemeinnützige GmbH gegründet werden, da ein Verein als Träger nicht mehr zu begründen ist. In der GmbH werden alle Schulkinderbetreuungsangebote gebündelt, die außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe liegen und die an Schulen stattfinden. Diese stundenweisen Betreuungsangebote sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherstellen. Mit der neuen Gesellschaft möchte der Verein besser auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren. Sehr zufrieden zeigt sich Stefan Lenz mit der Entwicklung der mobilen Jugendarbeit. Sie ist wichtig, um Jugendliche zu begleiten, gerade losgelöst von der Schule und dem Elternhaus. Und es ist sehr erfreulich, dass es immer wieder gelingt, Jugendliche dazu zu motivieren, sich für ihre Belange selbst einzusetzen.

Der genaue Blick auf die Personalsituation ist in Zeiten des Fachkräftemangels gerade im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe extrem wichtig. Auch wenn derzeit die Stellen besetzt werden können, Investitionen in die Zukunft sind wichtig. Daher hat sich der Verein entschlossen, ab September 2019 eine eigene Fachschule für Sozialpädagogik in Eppelheim ins Leben zu rufen. Das ist eine langfristige Weichenstellung in die Zukunft, damit sichergestellt ist, dass der Verein, der insgesamt 550 Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigt, auch weiterhin genügend qualifizierte und gut ausgebildete Kollegen hat.

Auch Mobilität ist im Rhein-Neckar-Kreis wichtig, um für Fachkräfte attraktiv zu sein. Auf Basis eines Mobilitätskonzepts versucht der Verein gerade ein Mitarbeiterticket einzuführen und auch die letzte Meile vom Bahnhof zur Einrichtung zu verbessern, beispielsweise durch VRN-Nextbike. Hier jedoch ist der Verein auf die Aufgabenträger (Landkreis und die einzelnen Kommunen) und die Verkehrsanbieter und deren Organisationen, insbesondere den Verkehrsverbund Rhein-Neckar angewiesen. Doch gerade bei jüngeren Kollegen wird deutlich: Wer nur auf das Auto als Verkehrsmittel setzt, wird Probleme bekommen, ausreichend Fachkräfte zu finden. zg

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