Plankstadt

Insekten Ungebetene Gäste im Haus / Hellbraune Art ähnelt der Kakerlake, ist aber harmlos / Ihre Ernährung besteht ausschließlich aus Pflanzen

Es ist ein gutes Jahr für die Bernsteinschabe

Archivartikel

Plankstadt.Sie ist braun und erinnert an eine Kakerlake. Wer sie sieht – womöglich gar noch im eigenen Haus –, bekommt deswegen erst einmal einen Schreck. Doch die Bernsteinschabe, auch Bernstein-Waldschabe genannt, ist harmlos. „Sie sind keine Nahrungsschädlinge, beißen und zwicken nicht und sind nicht allergen“, bestätigt auch Bernhard Müller von der Stabstelle Umwelt, Energie und Wirtschaft im Plankstadter Rathaus.

Die Schabe habe ein gutes Jahr und komme auch in Plankstadt gehäuft vor, weiß Müller. Was dafür jedoch der Grund sei, sei nicht ganz klar. „Ich schiebe es auf die Witterung“, meint der Umweltbeauftragte der Gemeinde. Ob der Spuk nach einem Jahr wieder vorbei sei, müsse man abwarten. „Vor Jahren hatten wir mal den Schwammspinner, einen Falter, der Hauswände eingesponnen hat“, erinnert sich Müller. Der sei aber danach nicht wieder vermehrt aufgetreten. Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner, der seit mehreren Jahren Probleme macht.

Im Haus geht sie schnell kaputt

Die Bernsteinschabe unterscheidet sich von ihren unbeliebten Artgenossen Deutsche Schabe und Kakerlake durch ihr Aussehen, aber auch durch ihr Verhalten. Sie ist ein bis anderthalb Zentimeter groß, hat einen schlanken, bernsteinfarbenen Körper und Fühler, die etwa so lang sind wie ihr Körper. Die Beine haben Stachel, der Halsschild hat eine hellbraune Färbung und ist am Rand durchscheinend. Von der Deutschen Schabe unterscheidet sie sich vor allem durch ihr einheitlich braunes Halsschild, das beim unbeliebten Hygiene-Schädling mit zwei dunklen Längsstreifen gefärbt ist. Bernsteinschaben ernähren sich von sich zersetzendem Pflanzenmaterial. „Deshalb gehen sie, wenn sie sich mal in ein Haus verirren, schnell kaputt, da sie keine Nahrung mehr finden“, erläutert Bernhard Müller.

Wer die Wohnung nicht mit den Tieren teilen möchte, kann sie mit einem Glas einfangen und wieder nach draußen befördern. Es hilft auch, die Fenster bei brennendem Licht geschlossen zu halten oder Mückengitter anzubringen. Chemikalien einzusetzen ist nicht nötig und auch nicht angebracht. An die Bernsteinschabe müssen sich die Süddeutschen wohl sowieso gewöhnen. Sie hat es über die Alpen hierher geschafft und wird wohl nicht mehr weggehen.

Wer Kakerlaken in der Wohnung hat, sollte auf jeden Fall tätig werden. Die Tiere werden in der Regel mit Köderboxen gefangen – der Einsatz von Gift ist in der Wohnung nicht uneingeschränkt zu empfehlen. grö

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional