Plankstadt

Integration Ebrima Kassama und Edrisa Trewally aus Gambia sind seit August beim Bauhof beschäftigt / Wilhelm Mack ist mit den beiden jungen Männern zufrieden

Etwas der Gemeinschaft zurückgeben

Plankstadt.Die gelben Jacken leuchten schon von Weitem. Sie heben sich gut vom braunen Holz ab. Wilhelm Mack vom Bauhof und seine beiden Gehilfen sind an diesem Vormittag am Hasenpfad beschäftigt. Mit Ebrima Kassama (22) und Edrisa Trewally (32) aus Gambia – ein kleines Land in Westafrika – schneidet der 55-Jährige die Sträucher zurück. Am Rand des Feldwegs türmen sich schon die Stapel mit den abgeschnittenen Ästen.

„Seit August sind die beiden jungen Männer beim Bauhof beschäftigt“, erklärt ihr Chef Wilhelm Mack. Die Gemeinde hat die Stellen als sogenannte „FIM“ – Flüchtlingsintegrationsmaßnahme – beim Landratsamt beantragt, erklärt Integrationsbeauftragte Doris Grossmann. Für diese Maßnahme bekommt die Gemeinde Zuschüsse. Auch die Flüchtlinge bekommen ein kleines bisschen Geld – eine Aufwandsentschädigung von 80 Cent in der Stunde. Wobei der Job beim Bauhof keine Vollbeschäftigung ist – die maximale wöchentliche Arbeitszeit beträgt 30 Stunden – , der Verdienst ist also keinesfalls der ausschlaggebende Grund, diese Arbeit wahrzunehmen.

„Aber es ist eine Beschäftigung und sie sitzen nicht untätig in der Anschlussunterkunft herum“, erklärt Doris Grossmann und macht klar, welche positiven Auswirkungen der Job auf Kassama und Trewally hat: „Sie sind unter Menschen, haben Kontakt zu den anderen Bauhofmitarbeitern. Das steigert auf jeden Fall das Selbstwertgefühl und gibt Struktur.“

Arbeit macht Spaß

Die Arbeit mache ihnen Spaß, sagen sowohl Ebrima Kassama als auch Edrisa Trewally. Seit acht Monaten sind die beiden in Plankstadt. „Ich möchte der Gemeinschaft etwas zurückgeben“, erklärt Trewally und freut sich, dass die Leute hier so nett sind. Auch Kassama findet das Leben in Plankstadt angenehm aufgrund der freundlichen Menschen. Er spielt übrigens auch Fußball im Verein. Die Zusammenarbeit laufe prima, meint Wilhelm Mack, die Verständigung laufe über Deutsch, Englisch und Handzeichen.

Das Zurückschneiden der Sträucher ist nur eine Aufgabe, die die beiden mit den übrigen Bauhofmitarbeiterin erledigt haben. Sie waren auch schon beim Friedhof unterwegs, haben dort saubergemacht und die Hecken geschnitten. Auch das Gemeindearchiv haben sie ausgeräumt. „Mal ist man drei Tage nur mit Aktenordnern beschäftigt, dann wieder im Grünflächenbereich unterwegs“, sagt Wilhelm Mack schmunzelnd und freut sich über diese Abwechslung in der Arbeit.

Das macht auch den beiden jungen Männern aus Gambia Spaß. Nur eines mag Ebrima Kassama eher nicht: „Die Kälte hier ist furchtbar.“ Doris Grossmann hat für die beiden nur Lob übrig: „Sie sind zuverlässig und die Zusammenarbeit ist konstruktiv.“ Sie hat immer wieder Flüchtlinge, die sie nach Arbeitsmöglichkeiten fragen. Deshalb sollen vier weitere Stellen beim Bauhof entstehen, für die es bereits Anwärter gibt.

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