Plankstadt

Gemeindezentrum Vorbereitungen für den „Kruuschd & Krempelmarkt“ laufen / Einkäufer unterstützen die Notgemeinschaft des Ortes

Für den guten Zweck statt für die Tonne

Archivartikel

Plankstadt.Im Vorraum des Gemeindezentrums stapeln sich die Kisten. Im Ratssaal klappern Teller und Gläser. Rita Wolf hängt eine Tasche auf den Kleiderständer, an dem schon unzählige andere ihren Platz gefunden haben. Die Tische sind schon zum großen Teil gefüllt mit allerlei nützlichen und unnützen Dingen. Die Gegenstände wurden von den Bürgern angeliefert – für den „Kruuschd & Krempelmarkt“ von Lokaler Agenda und Kulturforum.

Der Markt ist am Freitag, 28. Juni, von 18 bis 22 Uhr und am Samstag, 29. Juni, von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Erlös kommt der örtlichen Notgemeinschaft zugute, die hilfsbedürftigen Plankstädtern finanziell oder materiell unter die Arme greift.

Erneut Besonderheiten

Und schon am frühen Nachmittag des Mittwochs muss Rita Wolf mitteilen, dass das Gemeindezentrum voll ist. Wolf erinnert sich gerne an das vergangene Jahr zurück, als ein chinesisches Teeservice für 75 Euro verkauft wurde. „Ich hoffe, dass wir auch diesmal wieder so tolle Sachen haben werden. Etwas Besonderes wird es geben“, sagte Wolf im Gespräch mit unserer Zeitung, wollte dazu aber nicht mehr verraten.

Den Veranstaltern sei bewusst, dass nicht alles verkauft werden könne, was seinen Platz auf den Tischen gefunden hat, aber auch dafür gibt es eine Lösung, wie Wolf verrät: „Was nicht verkauft wird, geben wir an das Markthaus oder Findus.“ Die fleißigen Helfer nehmen sich der Kartons an, die ihnen gebracht wurden. Säuberlich sortiert werden die Gegenstände auf die Tische verteilt. Alles hat seine Ordnung, denn man wolle es für die Besucher überschaubar und nach Kategorien gestalten. So finden sich neben den dem Geschirr Tassen und Gläser, gegenüber haben Haushaltwaren wie Töpfe, Dosen, Schüsseln und Kannen ihren Platz gefunden. An diesen Produkten vorbei läuft auch Ilse Keitel mit Rita Wolf. Denn Keitel hat neben Taschen und Bildern auch Bettwäsche mitgebracht, die unweit der Haushaltswaren und der elektronischen Geräte hingelegt wird.

„Es ist das erste Mal, dass ich Sachen herbringe. Im vergangenen Jahr konnte ich mich irgendwie nicht aufraffen. Aber diesmal habe ich es geschafft und frühzeitig begonnen, alles zu richten“, erzählt die Plankstadterin Keitel und lacht, während sie gemeinsam mit Rita Wolf die Bettwäsche auf den Tisch legt und die Tischdecken aus ihrem Korb holt. Zweimal ist sie an diesem Vormittag ins Gemeindezentrum gekommen – so viel habe sich im Laufe der Jahre angesammelt.

„Es ist mir wichtig, dass meine Sachen noch Verwendung finden. Und wenn die Einnahmen dann noch für einen guten Zweck sind, ist das super“, erzählt sie begeistert weiter. Ob für sie ein Flohmarkt in Frage käme? „Nein. Da bin ich gar nicht der Typ dafür. Der ,Kruuschd & Krempelmarkt’ ist da eine sehr gute Lösung.“

Bevor sie den Heimweg antritt, zeigt sie noch einen Mozzarellaschneider. Sie lacht und schüttelt den Kopf: „Was es heutzutage alles gibt. Aber den brauche ich leider nicht. Ich hoffe, es freut sich jemand darüber.“

Figuren und Golfausrüstung

Die Helfer sortieren auch Gegenstände aus, die unpassend oder kaputt sind. Aber das, was noch zu gebrauchen ist, findet seinen Platz. So auch die Hummel-Figuren – Doris Etzler nahm diese von einer älteren Dame entgegen: „Sie hatte die früher immer auf ihrem Kamin stehen. Jetzt lebt sie aber im Pflegeheim und ist extra in den Keller, um sie uns zu bringen.“ Von Freunden haben Etzler und ihr Mann eine Golfausrüstung mitgebracht. „Die ist wie neu, kaum genutzt“, sagt sie.

Am Abend des Verkaufes werden die Helfer von Lokaler Agenda und Kulturforum an den Tischen stehen. Beim Kauf wird ein roter Aufkleber auf das Produkt geklebt und der Preis draufgeschrieben – dieser werde an der Kasse, am Ausgang, bezahlt. Und so findet womöglich auch der Mozzarellaschneider, den Ilse Keitel nie benutzt hat, einen dankbaren Abnehmer.

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