Plankstadt

Gemeinderat Erneute Anpassung des Schulbezirks / Verlässliche Verteilung bei Zusammenarbeit mit Kindergärten

Geringe Nachfrage – Tage des Abenteuerhorts sind gezählt

Archivartikel

Plankstadt.Bereits im letzten Jahr hatte der Gemeinderat die Grenzen des Schulbezirks angepasst. Jetzt wurde noch einmal eine Korrektur vorgenommen, weil durch die Einführung der Ganztagsschule die Humboldt-Grundschule mehrere Schulanfänger aus dem Bezirk der Friedrichschule erhalten hat.

Der Gemeinderat möchte eine ausgewogene Verteilung der Schülerzahlen, eine Mindestschülerzahl von rund 180 Kindern an beiden Schulen, kurze Schulwege und möglichst kleine Klassenstärken. Ziel der Verwaltung ist es, eine längerfristige Lösung mit einer Prognose bis 2024 zu erarbeiten, um Planungssicherheit für die Eltern zu erreichen. In die Neubaugebiete Antonius-Quartier und Kantstraße-Nord dürften Familien mit Kindern zuziehen. Beide Gebiete liegen im Bezirk der Humboldt-Grundschule. Die neue Verteilung helfe auch, die Kooperation mit den Kindergärten verlässlicher planen zu können, heißt es in der Erläuterung. Ein jährlicher Wechsel der Schulbezirksgrenzen erschwere die Zusammenarbeit von Eltern, Kindergärten und Schulen.

Bei der Vorberatung im Ausschuss für Verwaltung, Kultur, Sport und Soziales waren die Schulleiter anwesend gewesen. Bei der Änderung der Schulbezirke gilt zeitlich eine Ausnahme: Der Waldpfad wird erst mit der Bezugsfertigkeit in einem der beiden Neubaugebiete dem Bezirk Friedrichschule zugeordnet. Der Beschlussvorschlag ging einstimmig durch.

13 Plätze bleiben unbelegt

Der Abenteuerhort in den Bauwagen in der Bahnstraße würde im kommenden Schuljahr nach derzeitigem Stand nur noch sieben Kinder betreuen. Damit wären 13 Plätze (65 Prozent) nicht belegt. Für das fünfstündige Betreuungsangebot entstehen Betriebskosten in Höhe von 123 000 Euro pro Jahr.

Unter diesen Voraussetzungen und vor allem den finanziellen Gesichtspunkten sei ein Aufrechterhalten dieser Betreuungsform nicht mehr zu rechtfertigen, meinte die Verwaltung und schlug dem Gemeinderat vor, den Abenteuerhort zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu schließen. Bürgermeister Nils Drescher bedauerte die Maßnahme. Es tue ihm persönlich leid, zumal die Mitarbeiter eine tolle Arbeit gemacht hätten. Drescher wurde beauftragt, für die sieben angemeldeten Kinder möglichst noch zum neuen Schuljahr eine andere Betreuungslösung zu finden. Für die Gemeinderäte war die Entscheidung nicht einfach.

Dr. Felix Geisler (CDU) meinte, das innovative Konzept der Einrichtung habe nicht genügend Kinder und ihre Eltern begeistert. Fredi Engelhardt (PlaLi) erklärte, es sei keine leichte Entscheidung. Jutta Schneider (SPD) war beim Betriebskostenvergleich mit den anderen Einrichtungen für eine zeitnahe Schließung. Sigrid Schüller (GLP) betonte, man könne nicht alle Varianten der Kinderbetreuung anbieten. Ulf-Udo Hohl (ALP) wollte die Entwicklung noch abwarten. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Hohl und Thomas Burger (GLP) enthielten sich. vw

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