Plankstadt

Gänsweidfest Bernd Schmid-Auffahrt erinnert an 35 Jahre kritische Kommunalpolitik zwischen B 535 und Adler-Areal

Grüne Liste bleibt am Ball

Archivartikel

PLANKSTADT.Im Grünen feiert die Grüne Liste am liebsten, das Gänsweidfest ist jedes Jahr ein besonderes Open-Air-Event rund um die Grillhütte – zum Reden, Kennenlernen, Austauschen und entspannt Zeit miteinander verbringen. Noch mehr Grün gab es diesmal mit der Band „Out of the Green“, die ab dem Nachmittag für eine Songbrise sorgte, dabei viele Lieder mit der Farbe Grün im Titel gewählt hatte.

Eher steppenartig, dank der anhaltenden Trockenheit und Hitze, zeigte sich allerdings die Gänsweid selbst, auf der zwei Planschbecken bei den jüngsten Gästen für Abkühlung sorgten. Bernd Schmid-Auffahrt aus dem Vorstand der Grünen Liste blickte zur Begrüßung in eine illustre Runde etlicher Bekannter und Freunde, die den Weg zum Fest gefunden hatten. „Das Fest ist immer auch ein Dank an alle, die übers Jahr für uns aktiv sind. Mit ihnen und allen Freunden wollen wir ein gemütliches Fest feiern“, lud er ein.

Wasserturm ins Gespräch gebracht

In diesem Jahr gibt es die Grüne Liste seit 35 Jahren in Plankstadt. Auch zur Kommunalwahl 2019 wird sich die Partei wieder aufstellen. 1983 sei die Partei aus den damaligen Bürgerforen entstanden, schilderte Schmid-Auffahrt kurz. „Wir haben auch den Wasserturm wieder mal ins Gespräch gebracht“, schildert der Vorstand, wie man in einer Aktion 1994 den Schutt aus dem Turm geräumt habe. Dabei habe man fünf Meter hoch den Putz vom Gestein geklopft, damit die heutige, rustikale Innenoptik hergestellt.

Im Kopf sind auch die Feste gegen den Bau der B 535 noch präsent und das Thema Wasserversorgung. „Die sollte 2004 in einer ersten Privatisierungswelle umstrukturiert werden“, so Schmid-Auffahrt. Immer wieder wurde Europa zum Thema in Gesprächen und Vorstellungen der Partei. Ganz genau kann er sich ans Thema: „Die S-Bahn kommt“ aus dem Jahr 2009 erinnern, „die sollte ja 2015 fertig sein, ist schon rum, jetzt wird es wohl 2019/2020“, sagt er lachend, dass man immer für den ÖPNV plädiere. Meilenstein war auch das Bürgerbegehren zum Adler-Erhalt.

Zur Kommunalwahl 2016 am 26. Mai wollen die Mitglieder mit einer starken Grünen Liste ins Rennen gehen, werden etwa sechs bis acht Wochen vor dem Termin ihre Liste öffentlich machen: „Wir wollen Plankstadt grüner machen.“ Beim Hopping von Tisch zu Tisch waren das sicher auch Themen, die mit den Mitgliedern angesprochen wurden.

Daneben stand aber der Spaß im Vordergrund und das gemeinsame Essen. Mit Kaffee und Kuchen, Gegrilltem und kühlen Getränken war dafür die beste Basis geschaffen.

Dann kam er sehr passend, der gesungene frische Wind von der grünen Insel in Form der Band „Out of the Green“. A cappella mit dem Titel „The Sound of Singing“ lenkten sie alle Augen und Ohren auf sich – klar und rein klangen die Stimmen übers Areal. Alle waren startklar für eine Reise nach Irland. Von den Naturgewalten rund um die Insel erzählte Sängerin Christel Hering, die mit Sandra Bauer (Akkordeon, Gitarre), Susanne Stader (Flöten), Harry Arnold (Gitarre, Mandoline, Banjo) und Alexander Opitz (Gitarre, Resonatorgitarre, Banjo) die Band bildet. Beim kleinen Konzert am Samstagnachmittag fehlte Michael Hay (Perkussion, Bodhran), was dem Sound aber kaum einen Abstrich gab. Ob traurig oder mit viel Elan – die Lieder werden getragen von den ausdrucksvollen Stimmen und Texten, die immer wieder angesagt und inhaltlich vermittelt werden.

Immer ein wenig Protest im Lied

So entführen die Barden nach „Fiddlers Green“ – einem Ort, der als Paradies für Seefahrer gilt. Mit „The Wearing of the Green“ griffen die Sänger die Zeit der Rebellion von 1798 auf, als es den Bewohnern verboten war, ihre Landesfarben zu tragen, man hätte sie dafür gehängt. Voller Patriotismus erklingen die Worte, die die Iren damals verfassten und sich gegen „Englands grausames Rot“ wehrten.

Währenddessen kommen immer mehr Gäste zum Gänsweidfest, das erst am lauen Abend ausklingt.

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