Plankstadt

Wasserturm Es lag nie eine baurechtliche Genehmigung für die Nutzung vor

Hasenmuseum bleibt zu

Archivartikel

Eppelheim.Dieses Jahr hoppelt der Osterhase vorbei. Das Hasenmuseum im Wasserturm bleibt am Ostermontag zu. Es gibt weder Führungen noch Aktionen, auch keine Überraschungen für Kinder. Die Hiobsbotschaft an Museumsgründer Professor Josef Walch kam vor zwei Wochen.

Bürgermeisterin Patricia Rebmann teilte ihm per E-Mail mit, „dass das Hasenmuseum im Wasserturm keine Genehmigung der Baurechtsbehörde besitzt. Die Nutzung des Wasserturms wurde untersagt, als dem Baurechtsamt auffiel, dass ein Trauzimmer im ersten Obergeschoss betrieben wird, ebenfalls ohne Genehmigung.“ An Ostern könne man keine Öffnungszeiten anbieten, „da ohne Nutzungsgenehmigung kein Versicherungsschutz besteht“.

Das Hasenmuseum hatte seit der Eröffnung 2009 die umfangreiche Sammlung laufend ergänzt und über die Jahre viele Besucher. Zwei vollgeschriebene Gästebücher dokumentieren das. Für Kindergärten und Schulen leistete das einzige Museum seiner Art in Europa eine umfangreiche Vermittlungsarbeit. „So lebt denn die der Stadt Eppelheim übereignete Sammlung nicht allein von der Qualität ihrer Exponate, sondern auch von deren professioneller Präsentation und der intelligenten Verbindung und Gegenüberstellung höchst unterschiedlicher inhaltlicher und formaler Aspekte“, heißt es in der Begutachtung des ehemaligen Direktors des Heidelberger Kunstvereins und Honorarprofessors für Kunstgeschichte an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Hans Gercke. Ob das Museum noch einmal seine Pforten öffnet, steht nun in den Sternen. „Der Ostermontag war immer eine Kultveranstaltung“, bedauert Josef Walch die Schließung.

„Heute haben wir ein großes Ereignis“, hatte Bürgermeister Dieter Mörlein bei der Eröffnung gesagt. Damals wollte er noch „den ganzen Turm als Hasenmuseum herrichten“. Im Mai letzten Jahres verfügte das Baurechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises, dass das 2007 eingerichtete Trauzimmer im denkmalgeschützten Objekt nicht mehr genutzt werden darf. Das Baurechtsamt verwies auf die Auflagen für Brandschutz und Fluchtwege.

Das Erdgeschoss des Hasenmuseums war noch nicht betroffen, nur die erste Etage musste geräumt werden. „Ich wurde erst sehr spät darüber informiert“, sagt Walch. „Mörlein hat viele Zusagen und Versprechungen gemacht und die nie eingehalten.“ Das Trauzimmer sei ja auch eingerichtet worden, ohne eine Genehmigung des Baurechtsamts einzuholen.

Zukunft ist noch ungewiss

„Leider war die Nutzung des Wasserturmes als Hasenmuseum auch nie beantragt worden“, bestätigte Bürgermeisterin Patricia Rebmann auf Anfrage unserer Zeitung: „Da nun ich für die Sicherheit der Menschen verantwortlich bin, werde ich keine ungenehmigten Zustände dulden oder weiterführen. In einem Schadensfall wären wir in der Haftung.“ Wegen der weiteren Nutzung des Wasserturmes sei sie mit dem Baurechtsamt im Gespräch. „Ich erhoffe mir eine Lösung, die zumindest eine eingeschränkte Nutzung ermöglicht“, so Rebmann. Die Zukunft des Hasenmuseums hänge davon ab, „ob wir passende Räumlichkeiten finden können, hier sind wir für Unterstützung dankbar“.

Josef Walch will weitersammeln, auch wenn die Zukunft des Hasenmuseums ungewiss ist. Bis dahin bleibt ihm nur sein „Hasenmuseum im Koffer“ mit den rund 200 Objekten von der Hasenpostkarte bis zu Hasenohrringen.

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