Plankstadt

Ich bin sitt und satt!

Möchtest du noch etwas trinken, wurde ich neulich gefragt. Voller Überzeugung antwortete ich: „Nein, danke, ich bin sitt.“ Daraufhin erntete ich einen verwirrten Blick und die Frage, was das denn bedeuten soll. „Na ja, ich habe genug getrunken, bin nicht durstig, also sitt“, versuchte ich zu erklären. Aber mein Gegenüber kannte das Wort noch nicht. Dabei ist es doch so schön praktisch, statt zweier Worte – nicht durstig – einfach nur „sitt“ sagen zu müssen. Und es passt so schön zu „satt“. Ins Leben gerufen wurde das Wort übrigens im Jahr 1999 – bei einem Wettbewerb. Es war aufgefallen, dass es für „nicht durstig“ kein eigenes Adjektiv gibt. So rief die Dudenredaktion damals gemeinsam mit einem Getränkehersteller dazu auf, Vorschläge einzuschicken. Das Wort „sitt“ wurde von insgesamt 40 Personen eingeschickt. Andere Vorschläge waren beispielsweise „getränkt“, „nimedu“ (kurz für „nicht mehr durstig“), das etwas unkreative „antidurstig“ oder „börps“. Da lobe ich mir doch „sitt“. Da sind immerhin schöne Alliterationen drin, wie eine meiner Kolleginnen nach einem üppigen Mahl betonte: „Ich bin sitt, satt, sauvoll.“ Schade, dass sich das Wort im allgemeinen Sprachgebrauch noch nicht so richtig durchgesetzt hat.

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