Plankstadt

Rathaus Bauhofleiter Theodor Haaf und Ingrid Wink aus dem Rechnungsamt wurden in den Ruhestand verabschiedet / Zusammengenommen 42 Jahre in der Gemeinde tätig

„Ihre Erfahrung kann man nicht ersetzen“

Archivartikel

Plankstadt.Zusammen 42 Jahre Berufserfahrung und Wissen sind es, die der Gemeinde gestern verloren gegangen sind, wie es Bürgermeister Nils Drescher ausdrückte. Zwei Mitarbeiter sind nämlich in den Ruhestand verabschiedet worden: Theodor Haaf, der Leiter des Bauhofs, und Ingrid Wink, Sachbearbeiterin im Rechnungsamt. „Diese Erfahrung kann man nicht ersetzen“, meinte Drescher.

Theodor Haaf war insgesamt 15 Jahre in Diensten der Gemeinde. 1972 schloss er eine Zimmererlehre ab und war von 1974 bis 1983 bei einer Kegelbaufirma in Eppelheim beschäftigt. Von 1983 bis 2004 war er schließlich als Werkpolier bei einem großen Bauunternehmen tätig und hat viele große Baustellen abgewickelt, bevor er in Plankstadt anfing. „Es ist interessant zu sehen, wie viele Führerscheine Herr Haaf hat. Ich glaube, es gibt kein Fahrzeug, das er nicht bewegen darf. Das zeigt, wie vielfältig die Arbeiten auf dem Bauhof sind“, erklärte Nils Drescher.

Er machte auch deutlich, dass für Theodor Haaf im Bauhof noch die Mitarbeiterführung als Aufgabe hinzukam. Drescher betonte, dass sein Dienst auch zu ungünstigen Zeiten nach Haaf verlangte: „Kein Fest am Wochenende ohne den Bauhof, ganz zu schweigen vom Winterdienst.“ Besonders bei der Sanierung von Gemeindewohnungen habe sich Haaf einbringen können. Er habe aber auch das Geschick gehabt, seine 18 Mitarbeiter stets perfekt einzuteilen.

Keine Arbeitshosen mehr

Haafs Nachfolger ist Uwe Heiß, der aber noch bis zum 19. März auf dessen Hilfe zählen kann. Erst dann ist Theodor Haaf wirklich im Ruhestand. So richtig denkt er noch gar nicht daran. „Das Heute ist wichtig, nicht das Gestern oder das Morgen“, meint der 64-Jährige. An seinem Tagesablauf würde sich nicht so viel ändern, außer dass er keine Arbeitshosen mehr anziehen müsse, wie er mit einem Augenzwinkern sagt. Wie gern er sich für die Allgemeinheit eingesetzt hat, zeigt auch die Tatsache, dass er sein Abschiedsgeschenk der Notgemeinschaft spendet.

Ingrid Wink war über 27 Jahre in Diensten der Gemeinde. Sie machte eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitete bis 1981 in der Buchhaltung einer Firma, bevor sie bis 1982 als Assistenz der Geschäftsführung tätig war. Danach wechselte sie an die Staatliche Hochschule für Musik, wo sie ab 1986 Assistentin des Rektors war. 1991 begann schließlich ihre Karriere im Rechnungsamt in Plankstadt. „Dort haben Sie sich bis zum zweiten Offizier hochgearbeitet“, packte es Nils Drescher in metaphorische Worte – schließlich galt Wink als zweite stellvertretende Amtsleiterin.

Sie habe für Klarheit bei der Gebühren- und Steuereinnahme gesorgt. „Ich bewundere Ihr Auftreten, gerade in Kundengesprächen“, sprach der Bürgermeister ihr ein Kompliment aus und fügte hinzu: „Gewissenhaftigkeit kann man Ihnen ins Stammbuch schreiben.“ Dem schloss sich Kämmerer Hans-Peter Kroiher an und stellte ihre Erfahrung und Arbeitsmoral heraus: „Wir haben Frau Wink alle stets als kompetente, zuverlässige und sehr fleißige Kollegin kennengelernt.“

Hobbys nachgehen

Ihre Nachfolgerin Melanie Zieher war beim Abschied auch dabei. „Die Bürger brauchen also keine Angst zu haben, die Steuern werden weiterhin eingezogen“, witzelte Nils Drescher. Ingrid Wink freut sich auf ihren Ruhestand, der für sie gestern Nachmittag begonnen hat. „Ich möchte meine neu gewonnene Freizeit und meine Hobbys genießen“, verriet die 63-Jährige. Sie ist gerne künstlerisch tätig und malt. Auch für Sport und Reisen kann sie sich begeistern. „Nächstes Jahr steht dann eine größere Reise nach Mittelamerika und in die Karibik an“, erklärte sie. Ihre Kollegen wird sie vermissen, „aber sie sind ja nicht aus der Welt“. An ihrem Beruf hatte sie Spaß: „Es gab immer wieder neue Herausforderungen, was mir gefallen hat.“

„Ihre Arbeit war wichtig, das ist das, was den öffentlichen Dienst auch auszeichnet. Natürlich kann man in der Privatwirtschaft mehr Geld verdienen, aber hier hinterlässt man etwas Sinnvolles“, warb Nils Drescher für einen Beruf in der Verwaltung. Er war sich sicher, dass Theodor Haaf und Ingrid Wink auch im Ruhestand stets gut gefüllte Terminbücher haben werden.

Und zum Schluss stießen alle mit einem Glas Sekt auf die beiden Ruheständler an. „Lasst uns nun die Gläser heben auf dieses schöne Rentnerleben!“, rezitierte Nils Drescher abschließend.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional