Plankstadt

Freiwilligentag Vogelpark sucht Helfer / Bau- und Abrissarbeiten bei den Volieren stehen an / Tierpflege und Grünschnitt ebenfalls auf dem Programm

Jeder soll eine passende Aufgabe finden

Archivartikel

Plankstadt.Sven Berlinghof steht am kleinen Weiher im Vogelpark und füttert die Enten. Wenn sich der Vorsitzende des Kanarien-, Exoten- und Vogelschutzvereins umschaut, sieht er überall Baustellen. Nicht, weil der Vogelpark in einem schlechten Zustand wäre, aber Berlinghof ist ein Macher und wittert Verbesserungspotenzial. „Wir wollen schließlich, dass es den Vögeln hier gut geht“, sagt er.

Darum wollen die Plankstadter Vogelfreunde auch einige Veränderungen vornehmen, die zusätzlich zur alltäglichen Arbeit allerdings einiges an Arbeit bedeuten, Arbeit für einen Verein, der wegen der Corona-Pandemie und anderer Ausfälle schon Rückstau angesammelt hat. Der Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar am Samstag, 19. September, soll – getreu dem Motto „Wir schaffen was“ – Abhilfe schaffen.

Sven Berlinghof hat dabei drei Großprojekte im Auge. „Unsere beiden Aras bewohnen seit einiger Zeit schon ihre neue Voliere“, erklärt er, „die ist zwar schon dreimal so groß wie die alte, dennoch wollen wir die Vögel bald in ihr neues Domizil umziehen, das wiederum die doppelte Fläche bietet.“ Das Grundgerüst steht auch schon – früher waren dort Wasservögel untergebracht.

Die Aufgabe für die freiwilligen Helfer wird es sein, von innen ein engmaschiges Drahtgeflecht an den Wänden anzubringen. Das soll zum einen die frechen Spatzen und andere Wildvögel aus der Voliere heraushalten, andererseits schlicht übermütige Besucher schützen: „Bei einer Beißkraft von gut 250 Kilogramm will man da seinen Finger wirklich nicht drin haben“, erklärt Berlinghof.

Bunter Bauwagen

Rund 1000 Euro hat der Verein auch in einen neuen Dachgiebel für die Voliere investiert, damit dieser im Fall von herabfallenden Ästen nicht nachgibt. An einer Seite der Voliere soll ein Bauwagen angebracht werden, den die Aras als Winterquartier nutzen können. „Für die Vögel ist es viel angenehmer, wenn sie einen warmen Rückzugsort haben, anstatt ins Winterquartier umziehen zu müssen“, erläutert Berlinghof seine Philosophie einer stressfreien Umgebung für die Tiere.

Nach und nach sollen alle Gehege mit einem solchen Bereich versehen werden – inklusive Infrarot-Heizung. Am Freiwilligentag werden die Helfer den Anfang machen und den Bauwagen für die blau-gelben Papageienvögel bemalen – farblich passend in Peter-Lustig-Manier, versteht sich. Die zweite große Aufgabe ist deutlich brachialer: An einer anderen Voliere hat der Zahn der Zeit so stark genagt, dass Abriss die einzige Option ist. Die Wurzeln der umliegenden Bäume haben dem Bauwerk extrem zugesetzt – aus Rissen wurden Löcher und aus einem instabilen Fundament eine Gefahr für die Vögel, weshalb die Voliere seit einem Jahr unbewohnt ist. Auch dort soll später ein modernes Domizil gebaut werden.

Gegenüber der besagten Abrissbaustelle befindet sich der Weiher. Ein Bauunternehmer hatte dem Vogelpark Erde gespendet. Die kam auch günstig, denn im Laufe der Jahre waren Teile des Beckens unterspült worden. Unter dem Zaun konnte sich an vielen Stellen der Fuchs durchgraben. Diese Schwachstelle haben die Vereinsmitglieder schon behoben und ringsum große Steine im Erdreich versenkt. Nun fehlen nur noch fleißige Hände, um die restliche Erde auf dem Areal zu verteilen. Der Vorteil dabei: Das Festtrampeln übernehmen die Enten selbst.

Aus Tierschutzgründen

Rundherum um den Weiher und entlang der Wege muss das Grün auf Vordermann gebracht werden. Dabei werden nicht nur geschickte Gartenscheren-Schwinger gebraucht: Eine bunte Bandbreite an gespendeten Pflanzen soll ebenfalls angepflanzt werden. „Wir wollen, dass jeder, der zum Helfen kommt, eine Aufgabe findet, die ihm Spaß macht“, erklärt Sven Berlinghof, „das gilt auch für die, die sich mehr für die Tierpflege interessieren, da wir auch einige Volieren umdekorieren und neu einrichten werden.“ Der Plankstadter Vogelpark ist mittlerweile der einzige im Umkreis, der keinen Eintritt verlangt und das obwohl immer mehr Vögel dazukommen. Mittlerweile hat sich der Verein nämlich einen gewissen Namen gemacht: „Wir nehmen viele Vögel aus Tierschutzgründen auf“, erklärt der Vorsitzende Berlinghof, „dabei arbeiten wir mit der Federhilfe zusammen, die Vögel, die von Polizei, Zoll oder Veterinärämtern beschlagnahmt wurden, weitervermittelt.“ Gerade prüfen die Plankstadter eine Anfrage aus Ulm, sich um zwei Schneeeulen zu kümmern.

Umso wichtiger ist es für den Verein, Sponsoren und Helfer zu finden. Am Freiwilligentag wird von 9 bis 16 Uhr gearbeitet, Werkzeug und Geräte stellt der Bauhof bereit. Auch bei freiwilliger Arbeit gelten natürlich die üblichen Corona-Verhaltensregeln.

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