Plankstadt

Jugendbeteiligung Gemeinde möchte beim Wintergrillen Stimmungsbild einholen und Veränderungen anstoßen / Wunsch nach ungestörten Plätzen besonders groß

Junge sollen Plankstadt mitgestalten

Plankstadt.Was bewegt die Jugendlichen in Plankstadt? Was möchten sie ändern? Welche Vorschläge haben sie? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt bei der Jugendbeteiligung, die am Freitag, 16. Januar, mit einem Wintergrillen anläuft. Dabei möchten Bürgermeister Nils Drescher, Hauptamtsleiter Michael Thate und Kirsten Erbach als Teamleitung der Mobilen Jugendarbeit Postillion den 14- bis 17-Jährigen der Gemeinde, die zu diesem Treffen eingeladen sind, genau zuhören.

Grundlage ist ein Paragraf in der Gemeindeordnung, der folgendes besagt: „Die Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen. Dafür sind von der Gemeinde geeignete Beteiligungsverfahren zu entwickeln.“

„Bisher wenig Kontakt“

„Die Jugend ist unsere Zukunft. Ich rede als Bürgermeister tagtäglich mit Erwachsenen und Senioren. Zu Jugendlichen hatte ich bisher wenig Kontakt. Jugendliche zeigen kaum Interesse an traditioneller Kommunalpolitik oder Gremienarbeit in Parteien. Leider auch, wenn es um Themen geht, die sie direkt betreffen. Ein Beispiel war unsere Bürgerbefragung zur Sportplatzverlagerung, bei der leider nur sehr wenige Jugendliche ihre Stimme abgegeben haben. Jugendliche besuchen keine Gemeinderatssitzung, schreiben mir keine Briefe, keine E-Mails und kommen auch nicht in meine Sprechstunde. Aber ich möchte, dass sich unsere Jugendlichen mit Plankstadt identifizieren, ihre Probleme und Meinungen nennen, wir gemeinsam Lösungen suchen und Verbesserungen umsetzen“, erklärt Nils Drescher, warum er hinter diesem Versuch einer Beteiligung steht.

Was den Jugendlichen auf dem Herzen liegt, das weiß Kirsten Erbach. Denn bei ihr im Jugendhaus treffen sich einige der Kinder und Teenager. „Was dabei immer wieder als Thema auftaucht, sind die Plätze, wo die Jugendlichen sich aufhalten dürfen“, berichtet Kirsten Erbach. Man könnte auch sagen, der Mangel an Plätzen, wo Jugendliche sich aufhalten dürfen und können, ohne unter der Beaufsichtigung von Erwachsenen zu stehen. Der Dirtpark beispielsweise sei recht verwahrlost, zählt Erbach auf und zeigt ein Bild des Hinweisschilds, dem die Witterung bereits deutliche Spuren aufgedrückt hat.

Unterstand für schlechtes Wetter

Auf dem danebenliegenden Bolzplatz mähe niemand den Rasen, gibt Tristan Resch zu bedenken. Der 22-Jährige macht gerade ein Praktikum bei Postillion und war früher oft selbst im Jugendhaus zu Gast. „Der Rand ist voller Büsche mit Dornen, keiner schneidet sie zurück. Dabei gehen dort die Bälle kaputt“, moniert er. „Auf dem Spielplatz am Vogelpark darf man sich ab einem bestimmten Alter nicht mehr aufhalten“, fügt er hinzu und Kirsten Erbach gibt zusätzlich zu bedenken: „Der Bolzplatz neben dem Sportplatz darf auch nur in einem gewissen zeitlichen Fenster benutzt werden.“

Vielleicht könne man beim Wintergrillen mit den Verantwortlichen der Gemeinde auch über einen Unterstand für die Jugendlichen sprechen, den diese bei schlechtem Wetter nutzen könnten, regt Erbach an. Dass Bedarf bestünde, macht Pascal klar. „Ich fände es gut, wenn Plankstadt attraktiver für Jugendliche werden würde. Dazu müsste man die Plätze, wo wir uns aufhalten können, schöner gestalten. Und ich würde mir wünschen, dass ältere Leute weniger skeptisch uns Jugendlichen gegenüber sind“, formuliert der 14-Jährige, der regelmäßig ins Jugendhaus kommt.

Jugendbeirat oder lose Treffen?

Anabel ist der gleichen Meinung. „Es gibt nicht wirklich Plätze für Jugendliche. Auf Spielplätzen wird man abends weggeschickt und das Jugendhaus hat auch nicht so lange offen. Deshalb wünsche ich mir einen Platz, wo wir uns auch mal abends treffen können, ohne dass sich Anwohner beschweren“, meint die 17-Jährige.

Für das Wintergrillen stehen besonders zwei Fragen im Fokus: Was sind die Themen, die die Jugendlichen beschäftigen? Und wie wollen sie sich in der Gemeinde beteiligen? Soll es also eine institutionalisierte Form wie beispielsweise einen Jugendbeirat geben oder eine eher lose Beteiligung in Form von regelmäßigen Treffen mit Verantwortlichen der Gemeinde?

Dabei sollen die Jugendlichen in Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse auf Kärtchen zusammentragen, die schließlich analysiert und geordnet werden. Danach möchte Bürgermeister Nils Drescher am Lagerfeuer noch mit den Jugendlichen ins zwanglose Gespräch kommen. „Ich hoffe, dass dieser Abend die politische Beteiligung der Jugendlichen anregt und diese dann regelmäßig stattfindet. Ich würde mich freuen, wenn der Abend zeigt, dass es sich lohnt, sich für seine Interessen einzusetzen“, macht Kirsten Erbach klar.

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