Plankstadt

Corona-Hilfen Busunternehmen Mayer wartet seit 16 Wochen auf versprochene Unterstützung

„Keiner kann Auskunft geben“

Plankstadt.Kürzlich ist Dietmar Mayer am Telefon bei einem Gespräch mit der zuständigen L-Bank der Kragen geplatzt: „Keiner kann dir Auskunft geben“, schimpft er. Der Juniorchef des Plankstadter Busunternehmens Stefan Mayer Reisen und seine Familie warten immer noch auf die von der Bundesregierung im Juni (!) großspurig angekündigte Überbrückungshilfe 1. „Mit Wumms aus der Krise kommen“: Mit diesen Worten hatte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) das Konjunkturpaket damals vorgestellt. „Ich weiß nicht, wo es Wumms gemacht hat, bei uns jedenfalls nicht.“

Über ihren Steuerberater haben die Mayers frist- und formgerecht den Antrag gestellt. „Das ist jetzt 16 Wochen her, passiert ist nichts.“ Jeden Monat haben sie eine Menge an Fixkosten und kaum Einnahmen, denn es gibt keine Buchungen. Aktuell fahren sie nur die Bundesliga-Handballerinnen aus Ketsch und die männlichen Kollegen der Eulen Ludwigshafen zu deren Auswärtsspielen.

Die für November angekündigte Finanzhilfe gelte nur für Betriebe, die schließen müssen, also beispielsweise Gastronomie und Hotellerie, aber nicht für Busunternehmen. „Aber wo soll ich denn derzeit hinfahren?“, sagt Dietmar Mayer. Hotels und Restaurants sind genauso geschlossen wie Museen und andere Attraktionen. Weihnachtsmärkte sind abgesagt. Österreich hat jetzt wieder dichtgemacht. Die Skisaison steht komplett in den Sternen. „Keine einzige Fahrt“ sei da bis jetzt bei ihnen gebucht, berichtet der Busunternehmer.

Land hat geholfen

Inzwischen sei ja schon die dritte Stufe der Überbrückungshilfe angekündigt. Mayer kann da nur den Kopf schütteln: „Ich wäre froh, wenn wir das Überbrückungsgeld I hätten.“ Zumal er für jeden Antrag den Steuerberater bezahlen muss. Und jetzt kommen demnächst auch noch zwei neue Busse, die das Plankstadter Unternehmen lange vor der Krise bestellt hatte und logischerweise auch nicht zurückgeben kann.

Immerhin hat es mit der finanziellen Unterstützung durch das Land funktioniert. Zwar hat es auch eine Weile gedauert, bis der im Juni beschlossene Rettungsschirm für Reisebusunternehmen aufgespannt war, aber immerhin. Wann und wie er wieder mit Aufträgen rechnen kann, weiß er nicht. „Wenn es ab Ostern wieder mit 40 Prozent der Fahrten losgehen würde, wären wir froh“, sagt Dietmar Mayer hoffnungsvoll. Mehr als eine Hoffnung ist das aber nicht.

Eine Nachfrage unserer Zeitung wegen dieser Problematik bei der Pressestelle des Bundeswirtschaftministeriums in Berlin vom Montag blieb bis Donnerstagnachmittag unbeantwortet.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional