Plankstadt

Im Interview Staffelleiter Fritz Zeilfelder über das zurückliegende Jahr und die anstehenden Herausforderungen im Fußballkreis Mannheim

„Können nicht noch einmal den Abstieg aussetzen“

Seit einigen Jahrzehnten ist der Plankstädter Fritz Zeilfelder in der Verbandsarbeit aktiv. Ein solches Jahr mit diesen vielen Unwägbarkeiten hat aber auch er noch nicht erlebt. Beim Verbandstag im November ist Zeilfelder nach 31 Jahren auf eigenen Wunsch hin aus dem Verbandsspielausschuss ausgeschieden. Im Fußballkreis Mannheim ist er aber weiterhin Staffelleiter für die Kreisliga sowie die Kreisklassen A und B1. Im Gespräch mit dieser Zeitung warf der 71-jährige Fußballroutinier einen Blick auf 2020 und auf 2021.

Herr Zeilfelder, welches Fazit ziehen Sie für das abgelaufene Fußballjahr 2020?

Fritz Zeilfelder: Es war ein von der Pandemie geprägtes Jahr. Der Verbandsspielausschuss musste neue Maßnahmen entwickeln und diese dem Verbandsvorstand zur Entscheidung vorlegen. Hinter uns liegt ein völlig außergewöhnliches Jahr, das zwei Spielzeiten grundlegend beeinflusst hat. Auch heute noch sind wir abhängig von der Pandemie und können vielleicht erst wieder im März oder April oder noch später wieder Fußball spielen.

Im Sommer fühlte es sich durch die Pokalrunden und den Saisonstart nach etwas Normalität an. Hätten Sie erwartet, dass es noch einmal zu einem so harten Stopp kommt?

Zeilfelder: Tatsächlich hatte ich erwartet, dass es noch einmal zu einer Unterbrechung kommt. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass es so früh und in dieser Intensität kommt. Meine Hoffnung war, dass wir zumindest die Vorrunde hätten fertig spielen können.

Es gab im Sommer vereinzelt Mannschaften, die nicht gegen andere Teams antreten wollten, bei denen Corona-Fälle aufgetreten waren. Hatten Sie dafür Verständnis?

Zeilfelder: Verständnis hatte ich schon, da jeder natürlich seine Mannschaft schützen will. Letztlich haben aber alle Vereine gesagt, dass sie spielen wollen – und dann ist ein Zurück natürlich schwer.

Welches sind die größten Herausforderungen, die im neuen Jahr warten?

Zeilfelder: Ganz klar geht es darum, wie wir die Spiele unterkriegen, um am Ende eine Entscheidung hinsichtlich Auf- und Abstieg zu bekommen. Klar ist, dass wir nicht noch einmal den Abstieg aussetzen können. Hierfür gibt es verschiedene Szenarien, die bereits vorgestellt wurden. Ziel muss es sein, mindestens die Vorrunde fertig zu spielen, so dass eventuell auch die Quotientenregelung eintritt. Ich hatte vor der Saison in Erwägung gezogen, ein alternatives Spielmodell durchzuführen, nach dem die Vorrunde zu Ende gespielt und anschließend die Liga in Auf- und Abstiegsrunde geteilt wird. Aber die Vereine hatten sich dafür ausgesprochen, eine komplette Runde zu spielen.

Befürchten Sie, dass die lange Saisonpause bei manchen Vereinen zu einem Spieleraderlass führen könnte?

Zeilfelder: Das ist nicht auszuschließen, insbesondere bei Clubs, die ohnehin nur eine Mannschaft im Spielbetrieb haben oder die zuvor bereits auf AH-Spieler oder A-Jugendliche zurückgreifen mussten.

Was halten Sie persönlich vom Profifußball in leeren Stadien? Gesellschaftlich wichtig oder verzichtbar?

Zeilfelder: Für die Spieler ist das natürlich nicht gut, ohne Zuschauer zu spielen. Gesellschaftlich ist das schon wichtig, Fußball im Fernsehen zu sehen. Letztlich sind die Spieler Profis und sie müssen ihrem Beruf schließlich auch nachgehen.

Was wünschen Sie sich für 2021?

Zeilfelder: Für mich persönlich und natürlich auch für all meine Mitmenschen, dass wir gesund und von der Pandemie verschont bleiben, verbunden mit der Hoffnung, dass wir ein Stück mehr alter Normalität zurückerhalten – auch auf dem Fußballplatz.

Eine Grafik mit den aktuellen Coronazahlen gibt's hier:

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