Plankstadt

Gesangverein Germania Beim Scheuerfest wird der Siegel-Hof zur Partymeile / Stimmungsbarometer steigt in ungeahnte Höhen

Lichterketten leuchten zu „Hulapalu“

Archivartikel

Oftersheim.Die Bühne stand an einem anderen Ort als letztes Jahr. Die Bar war besser ausgestattet und erstmals gab es auch einen Bierwagen für den Ausschank. Ansonsten blieb alles wie gehabt beim Scheuerfest des Gesangvereins Germania. Nicht ganz, denn die traditionelle Veranstaltung auf dem Aussiedlerhof von Kurt Siegel erfuhr doch noch einmal eine Steigerung. Dass das Stimmungsbarometer dieses Mal ganz nach oben ausschlug, dafür sorgten wieder die fünf Jungs der Band „Who2ladies“ aus Brühl.

Das rauschende Fest auf dem Hof in der Hardtlache begann früh. Schon um 18 Uhr säumten hunderte Fahrräder die Zufahrt. Die bienenfleißige Germania-Truppe um den Vorsitzenden Armin Wolf hatte schon am Donnerstag unzählige Biertischgarnituren aufgestellt, damit auch möglichst alle Gäste einen Sitzplatz ergattern konnten. Der kulinarische Genuss stand zunächst im Vordergrund. Die Helfer in ihren türkisfarbenen T-Shirts hatten deshalb alle Hände voll zu tun.

120 Knöchel mit Kraut

Die 120 Knöchel mit Kraut – viele Besucher kommen nur wegen der riesigen gekochten Schweinshaxen – gingen wie immer schnell über die Theke. Daneben gab es Steaks und Bratwürste sowie Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Das Geheimnis der knusprigen Pommes verriet Armin Wolf auch: Einen Tag vorher zweieinhalb Minuten frittieren, dann in den Kühlwagen und am Festtag fertig ausbacken.

Das Wetter passte wieder perfekt zu der Sommerfete von Oftersheims ältestem Verein, der sich 1948 zu einem gemischten Chor formierte. Das heutige Ensemble bringt weltliche und geistliche Musik, Volkslieder, Schlager und Evergreens zu Gehör. Der Gospelchor wurde 2000 gegründet und hat sich der englischsprachigen Rock-, Pop- und Gospelmusik verschrieben. Neben Winterfeier, Germania-Fasching und Liederweihnacht ist das seit über 30 Jahren wiederkehrende Scheuerfest als besonderer Höhepunkt im Vereinsjahr nicht mehr wegzudenken.

„Let me entertain you“ versprachen die „Who2ladies“ schon beim Soundcheck. Das Festivalgelände rund um die Tabakscheune platzte aus allen Nähten. Frontmann Kevin Solert, Martin Weissmann (Piano), Julian Schulz (Cajon), Patrick Weiser (Gitarre) und Adrian Laule (Bass) eröffneten die Party unter freiem Himmel mit dem Kracher „Hey, das geht ab, wir feiern die ganze Nacht“ und danach dem Beatles-Klassiker „Twist and shout“. Bei „Next door to Alice“ ging es schon auf die Bänke. „Alles ist möglich, alles ist erlaubt, heute Nacht“, sang Kevin Solert mitten im fröhlichen Publikum.

An der Bar hieß es, in Bewegung zu bleiben, bei Gin-Tonic und Bacardi-Cola. Als die Abendsonne die Bewässerungsfontänen in viele kleine Glitzersterne verwandelte, gab es kein Halten mehr. Mit dem Hit „I’m Gonna Be (500 Miles)“ machte sich die erste Polonaise auf den Weg durch die Tischreihen. Bei „Sweet Caroline“ stand der Siegel-Hof dann Kopf.

Smartphone ersetzt Feuerzeug

Die bunten Lichterketten leuchteten zu „Angels“ von Robbie Williams und auch noch zu Andreas Gabaliers Kracher „Hulapalu“, der die letzten Feierbiester in die Höhe riss. Dem Pur-Medley folgte „Über den Wolken“. Smartphones wurden gezückt, früher waren das noch die Feuerzeuge, die leuchteten.

Bei „Tage wie diese“ vergaßen viele, dass Deutschland bei der Fußball-WM schon raus ist. Der „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang und der „Sex on fire“ der Kings of Leon wurden lauthals mitgesungen. Bei „Fürstenfeld“ hatten die „Who2ladies“ die Stimmung dann am Siedepunkt, der Klassiker „I will survive“ von Gloria Gaynor war der Schlusspunkt der heißen Sommer-Party auf dem Siegel-Hof.

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