Plankstadt

Gemeinderat Bauvoranfrage für Einfamilienhaus in Luisenstraße abgelehnt / Ulf-Udo Hohl regt an, über das Gebiet um den Wasserturm eine Veränderungssperre zu hängen

Moderner Entwurf fügt sich nicht in einen der ältesten Ortsteile ein

Plankstadt.Die Bauvoranfrage zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garage auf dem Grundstück der Luisenstraße 26 hat der Gemeinderat in seiner Sitzung abgelehnt. „Wir haben im Ausschuss lange über die Bauvoranfrage diskutiert“, erklärte Bauamtsleiter Andreas Ernst. Eine Bebauung des Grundstücks, auf dem sich auch die denkmalgeschützte Luisenapotheke befindet, sei grundsätzlich möglich, so Ernst.

Der Entwurf des Planers sei allerdings sehr modern gehalten und füge sich deshalb nicht in die Umgebung ein. „Bei der angedachten Bebauung soll das bisher als Garten genutzte Grundstück bis auf wenige verbleibende Grünflächen nahezu vollständig überbaut werden. Dabei wird das Grundstück in einem hohen Maß verdichtet“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Dachform nicht vertretbar

Zwar könne die dreigeschossig geplante Bauweise noch akzeptiert werden, die geplante Ausbildung eines Flach- oder Zeltdaches sei aber nicht vertretbar: „Die modernen Dachformen fügen sich nicht in einen der ältesten Ortsteile und in unmittelbarer Nähe des denkmalgeschützten Wasserturms und der denkmalgeschützten Luisenapotheke ein.“

Die Fraktionen gaben der Verwaltung größtenteils Recht. „Wir können uns eine Bebauung von dieser Mächtigkeit und mit dieser Dachform nicht vorstellen. Wir bitten den Planer, beim Entwurf noch einmal nachzuarbeiten“, meinte Andreas Wolf (CDU). Auch Dr. Stephan Verclas (Plankstadter Liste) teilt die Bedenken der Verwaltung. „Der Ensemble-Schutz ist nicht mehr gewährleistet“, fand auch Dr. Dr. Ulrich Mende (SPD). Ulf-Udo Hohl (Alternative Liste) ging sogar noch weiter: „Man sollte alles dafür tun, dieses Karree zu schützen. Es ist ein Juwel unserer Gemeinde, daher sollte man eine Veränderungssperre auferlegen.“

Im Ausschuss vorbesprechen

Bürgermeister Nils Drescher fragte ihn, ob er dieses Anliegen als Antrag formulieren wolle. Allerdings sei ihm das ohne Eingrenzung des Gebiets zu unbestimmt. Andreas Wolf regte an, dies erst einmal im Ausschuss vorzubesprechen. Dr. Dr. Ulrich Mende hatte auch etwas einzuwenden: „Wir müssen klären, wie das juristisch aussieht, denn wenn man nachträglich eine Veränderungssperre auferlegt, könnten Schadensersatzklagen kommen.“

Die Grüne Liste hatte gegen die Bauvoranfrage nichts einzuwenden. „Die Abstände werden eingehalten, die Höhe fügt sich in die Umgebung ein und wir sehen die Zeltdachform als in Ordnung an“, machte Thomas Burger klar. Dennoch wurde – mit den zwei Gegenstimmen seiner Fraktion – die Bauvoranfrage abgelehnt. grö

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