Plankstadt

Mönche haben geschummelt

Hallo Kinder! Ich esse bis Ostersonntag keine Süßigkeiten mehr, denn ab heute beginnt die sogenannte Fastenzeit. Schokolade, Gummibärchen, Kekse – das ist für mich erst wieder nach den 40 Tagen erlaubt. Die Fastenzeit kommt dabei aus der Kirche. Die Mönche hatten früher die Regel, dass sie in der Fastenzeit kein Fleisch essen dürfen. Dabei haben die Mönche ein bisschen geschummelt. Sie haben in Schwaben – das ist ein Teil von Baden-Württemberg – nämlich das Fleisch einfach in Teig eingewickelt und gedacht, so sieht Gott nicht, dass sie die Regel brechen. Daraus ist die Maultasche entstanden, die aus diesem Grund auch manchmal „Herrgottsbescheißerle“ genannt wird. Aber auch sonst zeigten sich die Mönche ganz schön erfinderisch. So durfte man etwa Wassertiere essen – und alles, was unter der Wasseroberfläche war, wurde den Fischen zugeordnet. So kam es, dass Biber, die in den Teichen der Klöster lebten, als Fische angesehen und gegessen wurden. Beliebt war auch, Fleisch zu pürieren, also es zu einer Art Brei zu zerkleinern, und es in Fischform zu pressen. Ich werde jedenfalls nicht schummeln, sondern erst an Ostern wieder Süßes essen – versprochen!

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