Plankstadt

Caritas-Altenzentrum Konzert mit Musischem Arbeitskreis

Musik bewegt etwas in den Menschen

Plankstadt.Melodische Stimmen dringen leise durch die Gänge des Caritas-Altenzentrums Sancta Maria in Plankstadt. „Wir singen uns noch kurz ein“, lächelt Karin Teichert, die Chorleiterin des Musischen Arbeitskreises, der nunmehr seit 60 Jahren besteht. Sie ist mit ganzem Herzen dabei. Daran hat sich in den 52 Jahren, seitdem sie den Chor leitet, nichts geändert. Im lichtdurchfluteten offenen Aufenthaltsbereich des Altenzentrums haben sich die Chormitglieder vor den Bewohnern aufgestellt und stimmten ihr erstes Lied an „Das Lieben bring groß Freud’“. Eine Bewohnerin hält versunken die Augen geschlossen, wiegt den Kopf lächelnd zum Gesang.

Der Musische Arbeitskreis ist eine feste Institution im Haus. „Seit 50 Jahren kommt der Chor zu uns. Die Musik ähnelt der, die auf Berghütten gespielt wird“, erzählt Heimleiterin Martha Trautwein begeistert. Nach dem ersten Stück wird sich bei Kaffee und Kuchen um die Verpflegung gekümmert, dann kommen mit Stubenmusik die Ohren auf ihre Kosten. Das Programm ist abwechslungsreich. Mit Hackbrett, Gitarre und Zitter spielt der Musische Arbeitskreis Kärntnerlieder wie „Bist du net bei mir“, „Was kümmern mi die Sternlan“ und Mitsinglieder wie „Rosenstock, Holderblüh“ und „Wenn alle Brünnlein fließen“. Strahlend flüstert eine ältere Dame ihrer Nachbarin zu „Es ist wie Urlaub in den Bergen.“

Karin Teichert hat sich Gedanken zu dem aktuellen Motto „Das Lieben bring groß Freud“ gemacht. „Es dreht sich alles um die Liebe und demnach wurden die Musikstücke ausgewählt“, erklärt sie. Die ausgebildete Volksschullehrerin hat bereits in etlichen Chören mitgesungen und sich das Handwerkszeug zur Chorleitung selbst erarbeitet. „Es ist mir wirklich wichtig, das kulturelle Liedgut aus dem Vertreibungskreis zu erhalten und weiterzutragen“, begründet sie ihre unermüdliche Motivation. Der Musische Arbeitskreis, entstanden aus der Deutsche Jugend des Ostens (DJO), spielt Volkslieder, Madrigale und auch geistliche Lieder.

Aus dem Alltag entführt

Zweimal jährlich ist er im Altenzentrum der Caritas zu Gast. Beim Adventssingen im Winter tragen die Chormitglieder dann ihre zu den Liedern passenden Sudeten-Trachten aus dem Böhmerwald, Egerland und Schlesien. Die Musik bewegt etwas in den Menschen. „Ich habe schon Reaktionen bei Demenzkranken gesehen, die sonst keine Reaktionen mehr zeigten,“ berichtet Karin Teichert. „Da bewegt sich die Hand im Takt oder es wird mitgewippt.“ Für sie ist es eine schöne Bestätigung, mit ihrer Musik den Menschen etwas geben zu können. Ein Geschenk, dass die Bewohner an diesem Nachmittag für eine Weile aus dem Alltag entführte und mit sichtlicher Freude entgegengenommen wurde.

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