Plankstadt

Kerwe Auf dem Fest- und Rummelplatz locken Fahrgeschäfte und Stände vier Tage lang / Kerweschlumpel wird vor der Eröffnung am Samstag getauft

Nils Drescher: Halten wir die Tradition hoch

Archivartikel

Plankstadt.Es ist soweit – s’ist Kerwezeit! In Plankstadt hat die Kirchweih rund um den dritten Oktobersonntag ja Tradition. Vor 178 Jahren ist das Datum von „Gemeinderath, Bürgerausschuß und versammelter Gemeinde“ festgelegt worden. Das ist dieses Jahr nicht anders. Ab Samstag, 19. Oktober, dreht sich das Karussell, es gibt Süßes, flotte Touren mit dem Autoscooter sind drin, viele Aktionsspiele an unterschiedlichen Ständen laden zum Mitmachen ein, so teilt die Gemeindeverwaltung in einer Pressemitteilung mit.

Vier Tage lang wird der Fest- zum Rummelplatz und die Kerweschlumpel thront auf ihrem Platz am Rathausportal, bis am Dienstagabend der Trauerzug mit der Kerweschlumpel in die Gänsweid zieht, wo die Kerwe in Rauch aufgehen wird. Eine zünftige Eröffnung versprechen Gemeinde und Plankstadter Carneval Club (PCC), die gemeinsam die Kerwe ausrichten, für Samstagnachmittag, 15 Uhr.

Die Kerweschlumpel als Insignium der Kirchweih im Dorf zieht ein, wird getauft und erlebt, wie das Traditionsfest von Bürgermeister Nils Drescher und PCC-Chef Hans-Peter Rossrucker offiziell eröffnet wird. „Feiern Sie mit, halten wir die Tradition hoch“, lädt Nils Drescher alle ein, Rossrucker verspricht, dass der PCC auch in Zukunft die „Kerb im Dorf“ lebendig halten wird.

Übrigens wird es schon bei der Eröffnung eine Überraschung geben, mit der wohl keiner rechnet, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde ganz geheimnisvoll. Klar ist aber: Mit dem Fassanstich wird zapffrisches Welde-Bräu aus dem gesponserten Fass fließen und die trockenen Kehlen der Gäste befeuchten.

Vorhersage: trockenes Wetter

Die Wetterprognose steht auf Trockenheit für alle vier Kerwe-Tage, einem Ausflug zum Kirmesplatz steht also von „oben“ nichts im Wege, freut sich die Gemeindeverwaltung. Rummelplatz-Beschicker Stefan Bunk verspricht indessen auf dem Festplatz ein buntes Allerlei aus Fahrgeschäften, Süßwaren, Imbiss, Pfeilwerfen, Schießbude und mehr: „Es wird ein schöner Rummelplatz, wir freuen uns auf viele Besucher, die mit uns feiern.“

Der Kerwemontag hat aber ebenso Tradition wie die Fahrgeschäfte und das bunte Treiben auf dem Platz an der Ecke Waldpfad/Jahnstraße. Denn am Kerwemontag laden örtliche Lokale zum Frühschoppen mit speziellem Essen ein. Einige Vereine nutzen das, um sich einen schönen Tag zu machen. Auch das Rathausteam kehrt ein, weshalb die Verwaltung am Kerwemontag, 21. Oktober, nur bis 12 Uhr geöffnet ist.

Nicht mehr zu sehen ist der Gänsemarsch am Kerwemontag, der auf den Alt-Adlerwirt Hermann Treiber, der den Adler über 50 Jahre bewirtschaftete, zurückgeht. Noch zu Lebzeiten des Vaters von Alt-Adlerwirt Hermann Treiber lag dort, wo später der Adler-Saal stand, eine große Wiese, die einer Schar ungezählter Gänse als Auslauf diente. Da die Treiber’schen Gänse es mit den Grundstücksgrenzen nicht so genau nahmen, wechselten sie auch auf das Feld des benachbarten Landwirts Jakob Rausch über und fraßen dort den Hafer. Aus diesem nachbarschaftlichen Gänsegeplänkel entwickelte sich der Kerwemontagsbrauch des Gänsemarsches, wozu man das Lied sang: „Dem Adlerwert sei Gäns’, die fresse dem Rausch de Hawwer weg und waggle mit de Schwänz, dem Adlerwert sei Gäns’“ (Melodie: Ein Jäger aus Kurpfalz).

Doch auch so dürfen „Plänkschter“ sich auf ihre Kerwe freuen, denn sie wissen ja bekanntlich, wie man feiert. zg/grö

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