Plankstadt

Nur noch ein Kapitel . . .

Archivartikel

Ich bin neulich ganz schön vor mir selbst erschrocken. Denn ich habe gemerkt, dass ich süchtig bin – nach Lesestoff. Es kann nicht anders sein. Aufgefallen ist es mir eines Morgens, als ausnahmsweise keine Zeit für mein Morgenkapitel im aktuellen Schmöker blieb. Normalerweise ist mir diese Zeit nämlich heilig und für die Dauer meiner Tasse Kaffee oder Tee versinke ich in meinem Buch, bevor der Tag so richtig losgeht. Und eigentlich habe ich mir immer gesagt: „Saskia, du musst ja nicht lesen, du machst es eben einfach nur gerne. Aber wenn du wolltest, könntest du auch so in den Tag starten.“ Nun ja. Es ging zwar – das war allerdings mit richtig schlechter Laune verbunden. Ein weiteres Indiz ist, dass ich niemals ohne Buch das Haus verlasse. Freunde und Verwandte fragen mich regelmäßig, was denn in meiner schweren und großen Tasche drin sei. Aber stellen Sie sich vor, ich müsste irgendwo warten und hätte Zeit für ein Kapitel oder zwei – und dann wäre kein Buch zur Hand! Vielleicht gibt es ja eine Selbsthilfegruppe für mich – die „Anonymen Leser“. Eventuell ist meine Lesesucht gar nicht so schlimm. Ich kann sie jederzeit eindämmen. Wenn ich wollte, könnte ich mit dem Lesen aufhören . . . aber ich will gerade nicht.

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