Plankstadt

VdK Referentin Ellen Rodriguez berichtet beim Gesundheitstag über Alternativen zum Altersheim / Sozialverband will verhindern, dass Pflege arm macht

„Pflegekassen sollten ausführlicher informieren“

Plankstadt.„Pflege macht arm“, zu diesem Thema referierte Ellen Rodriguez im Vereinshaus der TSG Eintracht „Eviva“ anlässlich des Gesundheitstages, den der VdK-Ortsverband organisierte.

Der Vorsitzende Helmut Gaa begrüßte die rund 50 Anwesenden und berichtete, dass durch die steigenden Kosten für ein Altersheim oftmals von Betroffenen keine Pflege in Anspruch genommen werden könne und die Pflegebedürftigen somit zum Sozialfall würden. „Um dies zu verhindern, haben wir Ellen Rodriguez von Promedica Plus eingeladen, die uns einige Alternativen zum Altersheim aufzeigen wird“, so der Vorsitzende.

Diskussion anstoßen

Ellen Rodriguez, die keinen klassischen Vortrag halten, sondern eher eine Diskussionsrunde anstoßen wollte, begann mit der Frage, ob Pflege arm mache. Bei dieser Frage bekam sie aus dem Kreis der Zuhörer große Zustimmung. „Das ist aber nur so, weil Sie nicht gut informiert sind“, machte Rodriguez überraschend klar und sah die Pflegekassen in der Pflicht, die Bürger ausführlicher zu informieren. „Die Pflegekassen haben kein Interesse an Infoveranstaltungen oder Flyern“, fügte sie hinzu. Sie sieht ein Problem in Altersheimen: Es gäbe keinen Pflegedienst, der die Nachtschicht übernimmt, spätestens ab 23 Uhr seien die Pfleger nicht mehr im Haus. Hier habe die Politik versagt und sich eine große Lücke aufgetan, denn viele Angehörige benötigten vor allem in der Nacht Hilfe vom Fachpersonal. „Und genau diese Lücke möchte ich schließen“, erklärte Rodriguez.

Ihre Alternative seien Pflegekräfte aus Osteuropa, die bei den Pflegebedürftigen ein Zimmer bekommen, damit eine 24-Stunden-Betreuung, von Pflegegrad eins bis fünf, möglich ist. „Unser Team kann somit alle Krankheiten, von Demenz über Einschränkungen im Bewegungsapparat bis hin zur Krebserkrankung, abdecken“, erklärte die Referentin, die über 3200 Pflegekräfte im Rhein-Neckar-Kreis betreut. Die Damen seien bis zu einem halben Jahr bei den Pflegebedürftigen angestellt und würden in Ausbildungsorten in der Grundpflege ausgebildet. Außerdem sei dies eine erhebliche Ersparnis gegenüber dem Altersheim, welches bis zu dreimal teurer sein könne.

Eine weitere Möglichkeit, sich über Angebote und Finanzierungsmöglichkeiten bezüglich der Pflege zu informieren, besteht bei den unabhängigen Beratern der Pflegestützpunkte. Der Pflegestützpunkt Rhein-Neckar-Kreis befindet sich in Plankstadt, im Bürgerbüro im Rathaus. Öffnungszeiten sind Montag und Mittwoch, 9 bis 11.30 Uhr sowie Donnerstag von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional