Plankstadt

Tag der Solidarität Spenden gehen an eine Schule in Tansania und eine Gemeinde in Rumänien

Priester aus Plankstadt wählen Projekte aus

Archivartikel

Plankstadt/Oftersheim.Wie lange das Coronavirus die Menschheit im Griff halten wird, weiß niemand. Die Gesunden aber stellt die Pandemie in eine zusätzliche Verantwortung: „Wir dürfen in unserem Engagement auf keinen Fall nachlassen. Denn der weltweite Hunger fällt ganz sicher nicht aus“, heißt es in einer Pressemitteilung der Koordinatoren des Hungermarschs, der in diesem Jahr ein „Tag der Solidarität“ sein wird.

Da in Oftersheim bis 31. August alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt wurden und die Zahl der Kirchenbesucher ohnehin schon begrenzt ist, schrumpft der „Tag der Solidarität“ auf einen schmalen Kern zusammen: einen Gottesdienst im Freien um 10.30 Uhr auf dem Hof der Friedrich-Ebert-Schule.

Wie Pfarrer Uwe Lüttinger und Organisator Paul Scherer in einem Gespräch erläuterten, wird es weder Märsche noch Radstrecken geben, auch kein Vortreffen zu gemeinsamer Stärkung. Schließlich müssen auch die Prozession zur Kirche und das Solidaritätsmahl ausfallen.

Sprecher tragen Fürbitten vor

Pfarrer Lüttinger kann aber mit 100 Besuchern, die auf Stühlen im Abstand von zwei Metern sitzen müssen, Gottesdienst feiern. Da es dort keine Orgel gibt und auch das Singen verboten ist, wird Gabi Weissmann mit einer kleinen Gruppe die Feier musikalisch umrahmen. Sprecher der fünf beteiligten Kirchengemeinden Oftersheim, Brühl, Schwetzingen, Ketsch und Plankstadt werden in Fürbitten auf ihre Anliegen hinweisen. Spendenkörbchen stehen ebenfalls bereit. Auch in den anderen Gottesdiensten dieses Wochenendes wird für die Hungermarsch-Projekte gesammelt. „Das eigentliche Marschieren“, resümierte Paul Scherer, „fällt keinesfalls aus. Wir gehen zu gutherzigen Menschen und bitten sie um eine Spende.“

Zwei Priester haben in Plankstadt die Wahl der Projekte mitgetragen. Der aus der Gemeinde stammende Abt Fidelis Rupert hat eine Verbindung zur tansanischen Benediktinerabtei Mvimwa geschaffen und Pfarrer Reinholdt Lovasz zu seiner früheren Pfarrei in Rumänien. An beiden Orten wirkt sich die Unterstützung aus Plankstadt segensreich aus, heißt es in einer Mitteilung.

Die Benediktiner-Abtei in Mvimwa in der abgelegensten Region Tansanias ist dringend auf Hilfe für die Vielzahl ihrer Schulen – zum Beispiel Grund-, Sekundar- und Handwerkerschulen – angewiesen. Die Region ist geprägt von der Landwirtschaft. Der Zugang zu Bildung ist gering. Die meisten Eltern einer Großfamilie können ihren Kindern keine adäquate Schulausbildung ermöglichen. Doch nur durch den Schulbesuch erhalten sie die Chance, im Leben zu bestehen.

Die Erfahrung zeigt, dass die Kinder und Jugendlichen ihre erlernten Fähigkeiten später in den verschiedensten Bereichen einbringen. Mithilfe des vor Ort wirkenden Abts Pambo können die Spenden dazu beitragen, dass die Kosten für den Schulbetrieb gestemmt werden. So können die Kinder den Kreis der Armut durchbrechen und haben eine bessere Lebensperspektive.

Große Not in allen Generationen

Große Not herrscht immer noch in der ehemaligen Pfarrei von Pfarrer Reinholdt Lovasz im rumänischen Karansebesch. Sie ist dringend auf Hilfe angewiesen. Kinder aus sozial schwachen Familien, auch Roma-Kinder, erhalten dort Schulunterricht und ein warmes Mittagessen, das sie nirgendwo sonst bekommen. Somit haben sie eine bessere Chance, aus dem Teufelskreis herauszukommen. Heimkinder kriegen ebenso eine solche Unterstützung. Durch die Kontakte miteinander wird ihre Isolation durchbrochen. Aber auch viele einsame, alte und kranke Menschen haben die Hilfe bitter nötig. „Ihnen allen gilt auch in diesem Jahr unsere Sorge“, heißt es. zg

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