Plankstadt

CDU Gastredner Jürgen Obländer spricht über Zukunftsaufgaben im Klimaschutz / Anteil erneuerbarer Energien soll ein Drittel der Stromproduktion decken

Rhein-Neckar-Kreis will Emissionen bis 2030 um 30 Prozent reduzieren

Archivartikel

Plankstadt.Auf Einladung der CDU-Ortsfraktion trafen sich interessierte Bürger, um sich über regionale Klimaschutzmaßnahmen zu informieren. Gastredner war Jürgen Obländer, der Betriebsleiter des Eigenbetriebs Bau und Vermögen im Rhein-Neckar-Kreis.

Wie es in einer Mitteilung der CDU heißt, stellte Obländer gleich zu Beginn die Bedeutung des Klimaschutzes heraus, durch den der Wirtschaftsstandort Rhein-Neckar um weitere nachhaltige Elemente ergänzt werden soll. Der Kreis definiert für sich die langfristige Zielsetzung, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent in Bezug auf die Werte von 2010 zu reduzieren. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energien auf mehr als ein Drittel der Stromproduktion im Jahre 2030 angehoben werden.

Der Startschuss für das Klimaschutzkonzept fiel bereits 2010 mit dem Beschluss des Kreisrates, Klimaschutzlinien zu erstellen. Frühzeitig wurden hierbei die Gemeinden eingebunden und partizipative Elemente, wie beispielsweise Workshops in den Ausarbeitungsprozess integriert. Um die Situation und die sich daraus ergebenden nötigen Maßnahmen besser umsetzen zu können, wurden zahlreiche Potenzialanalysen sowohl zur Minderung der CO2-Emissionen, als auch zum Ausbau erneuerbarer Energien erstellt. Dadurch konnten rund 40 Maßnahmen formuliert werden, die heute den Kern des Klimaschutzkonzeptes bilden. Diese gliedern sich in drei Bereiche.

Der erste Bereich beschäftigt sich mit dem Kreis und seinen Eigengesellschaften und zielt somit beispielsweise auf die langfristige Steigerung der Energieeffizienz der Liegenschaften ab. Exemplarisch könnte hierbei das 2013 neu gebaute Verwaltungsgebäude in Weinheim genannt werden, das durch seine Passivhausbauweise deutlich an Heiz- und Kühlungskosten einspart. Ebenfalls wurden neue Standards in Organisation, Beschaffung und Mobilität festgelegt. Diese reichen von der Verwendung von Recyclingpapier, über die Anschaffung von Elektroautos, bis hin zur Sensibilisierung der kreiseigenen Mitarbeiter.

Weitere Fortschritte sollen zudem durch die Zusammenarbeit mit den Kommunen angestrebt werden. Mit der 2014 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung für den Klimaschutz, wurde ein gemeinsames Vorgehen und gegenseitige Unterstützung bei Projekten vereinbart. Im Zuge dieses Übereinkommens erstellte der Rhein-Neckar-Kreis für die Gemeinden kostenlose Emissionsbilanzen, für die sich die Kommunen im Gegenzug verpflichteten, bis 2020 ein örtliches Klimaschutzkonzept auszuarbeiten. Dieses können sie eigenständig auf regionale Besonderheiten ausrichten.

Anreize für Nachhaltigkeit zeigen

Der dritte Bereich eröffnet Beratungsmöglichkeiten durch die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur. Damit wird Kommunen, Bürgern und Betrieben die Gelegenheit geboten, sich unabhängig in Fragen der Energiewirtschaft informieren zu können. So werden Bürgern Energiechecks vor Ort angeboten und Firmen können sich in Fragen zu Förderprogrammen beraten lassen, die wirtschaftliche Anreize für Nachhaltigkeit aufzeigen.

Generell gilt, dass bei der Umsetzung der Maßnahmen, zuerst solche bedacht werden, die mit möglichst geringem Aufwand einen hohen Grad an Effektivität versprechen. Nachhaltigkeit wird somit mit wirtschaftlichem Pragmatismus in Einklang gebracht. In Zukunft will der Rhein-Neckar-Kreis durch eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Kommunen und einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit, die Bürger bei einem erfolgreichen nachhaltigen Wandel begleiten, wie die CDU abschließend in ihrer Pressemitteilung schreibt. lk

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