Plankstadt

Heimat- und Kulturkreis Beim Museumsfest spielt der Musikverein / Sonderausstellung widmet sich dem Thema Glas

Schönes Licht durch offene Türen

Plankstadt."Glas ist aus unserem täglichen Leben nicht wegzudenken", sagte Heidrun Engelhardt-Geiss, Vorsitzende des Heimat- und Kulturkreises (HKK), beim Museumsfest, das unter dem Motto dieses besonderen Stoffes stand. Anlass für die Themenwahl waren die großen Tore, die an der Scheune angebracht sind. Sie sind selbstredend in großen Flächen verglast, sorgen für ein schönes Licht im Sandsteinbau.

"Eines davon hat die Gemeinde bezahlt, das andere der Verein", berichtete Engelhardt-Geiss stolz, das Kleinod Heimatmuseum dadurch noch ein wenig attraktiver gemacht zu haben. Natürlich auch wetterfester, was sich durchaus positiv auf das Gebäude und die Exponate darin auswirken wird.

Beim Fest waren beide Tore weit offen, ließen jedoch erahnen, wie das Ambiente in geschlossenem Zustand eine gewisse Offenheit behält. "Der Blick in den Garten ist vom Hof aus möglich", geriet die Vorsitzende fast ein wenig ins Schwärmen. Sie freute sich einfach über die gelungene Umsetzung mit grauen Rahmen und viel Glas.

Flaschen, Glas, Objektive

Im Heimatmuseum selbst war im unteren Bereich in Vitrinen, auf Regalen und in Schränken zu sehen, was alles aus Glas oder in Verbindung mit dem vielfältig einsetzbaren Feststoff an Nützlichem oder Schmückendem kreiert wurde. Seien es die Sammlung mit Glasflaschen verschiedenster Formen, eine künstlerisch hochwertige, optisch kunterbunte Vase oder der antike Inhalator, der in der Abteilung mit den medizinischen Geräten zu finden war. Hingucker waren die böhmischen Glaswaren mit ihrem Facettenreichtum und den leuchtenden Farben. "Uhrengläser, Objektive von Kameras, alles ist aus Glas", meinte Heidrun Engelhardt-Geiss.

In Hof und Garten wurde es lebendig, zahlreiche Gäste versammelten sich, Fahrräder standen dicht an dicht im Hofeingang und entlang des Adler-Geländes. Das Wetter war prima, die Kulinarik lockte zum Museumsfest und die Aussicht auf Raum für Plaudereien und Geselligkeit. Und weil das auch so sein sollte, stand es jedem frei, sich die Ausführungen zum Thema Glas durchzulesen. "Ich habe das zusammengeschrieben, damit man die Geschichte und die Anwendungsarten nachvollziehen kann", erklärte die Vorsitzende und zeigte auf das Bild mit den Glastüren.

Man findet Glas wirklich in fast jedem Lebensbereich, von den "Augen" der Gebäude, den Fenstern, bis hin zu Trinkgläsern, Brillengläsern oder medizinischen Geräten. Wohl um 3400 vor Christus sollen schon die Ägypter sandhaltigen Ton, der mit Asche verschmolz und zu Glaskörpern erstarrte, gekannt haben. Die Geburt der Glasmacherkunst wird etwa 1400 vor Christus angesiedelt. Mit der Erfindung der Glasbläserpfeife durch die Phönizier im 1. Jahrhundert gelang es, Glas in diversen Formen herzustellen. Es dauerte bis ins 12. Jahrhundert, bis Glasfenster in England Einzug hielten. Neue Glasarten wurden nach der Entwicklung weiterer Techniken hergestellt. Man spricht von rund 100 Glasarten, die sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden und unterschiedliche Fähigkeiten haben.

Einzug auch in der Kunst

Geschwungene Flakons für Parfüm, die Jenaer Koch- und Backformen, Blumenvasen und Spiegel waren im Museum zu sehen - aus klarem oder gefärbtem, aber immer geschliffenem oder in besonderer Art geblasenem oder gezogenem Glas. Mit Skulpturen und Mosaiken zog das Glas auch in die Kunst ein. Interessant aufbereitet waren die Wissensinhalte zu lesen und gleich nebenan in den Vitrinen in ihrer Umsetzung zu sehen.

Im Hof begann die Bigband des Musikvereins unter der Leitung von Patrick Wewel zu spielen - locker swingend, mit Melodien die zum Wetter, zur Nonchalance des Festes und zum Publikum passzen, das sich im Takt bewegte oder mitsang.

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