Plankstadt

Gemeindebücherei Lektüretipps für den Liegestuhl / Viola Roolf-Taag macht literarisch Vorfreude auf den Urlaub / Bücher können ausgeliehen werden

Schon die Titel wecken Lust aufs Lesen

Plankstadt.Zur Urlaubszeit stellt sich immer wieder die Frage, welche Bücher in den Koffer passen und Lesevergnügen bereiten. Bei dieser Entscheidung helfen Empfehlungen von Experten wie von Viola Roolf-Taag, der lesebegeisterten Inhaberin eines Buchladens.

Zum wiederholten Mal war sie zu Gast in der Gemeindebücherei, um Literaturtipps zu geben und Bücher für den Urlaub vorzustellen. So durfte Büchereileiterin Claudia Verclas sie „zur schönsten Veranstaltung im Jahr“ begrüßen und sich über eine große Besucherzahl freuen. Unter dem Motto „Bücher für den Liegestuhl“ hat Viola Roolf-Taag auch diesmal einen bunten Tisch voller Bücher mitgebracht, wo für jeden Geschmack etwas dabei war.

Assoziation zur heißesten Jahreszeit weckte schon der erste Titel „Die Eismacher“ des dänischen Autors Ernest van der Kwast. „Es ist mein Lieblingsbuch dieses Sommers“, gestand Roolf-Taag, „ein hinreißender Familienroman, ganz wunderbar sinnlich erzählt über Genuss, die Liebe, die Sehnsucht nach Freiheit und Glück.“ Hierbei wurde schon eines deutlich: Roolf-Taag informiert nicht nur über Inhalt, sondern fügte immer wieder eigene Kommentare hinzu, die zeigten, dass die Lektüre sie selbst begeistern muss, um sie anderen schmackhaft zu machen.

15 Titel aus dem Schatzkästchen

Aus ihrem Schatzkästchen holte sie 15 Titel hervor, die sie mitreißend, unterhaltsam und gewürzt mit Humor vorstellte, ohne dass eine Minute Langeweile aufkam. Sommer hat auch mit Tanz, Musik und Fröhlichkeit zu tun, erläuterte sie. Darum ging es im nächsten Buch, in „Warten auf Bojangles“ von Olivier Bourdeaut. „Es ist eine wunderbare, schwerelos erzählte Liebesgeschichte zwischen einem verrückten Paar, aber auch zwischen Mutter und Sohn.“ Der Titel lässt einen sofort an Samuel Beckets Klassiker des absurden Theaters „Warten auf Godot“ denken, eine Parabel über Hoffnung und Vergeblichkeit. Und Bourdeaut weiß, was er der berühmten Vorlage schuldet: Egal wie absurd es auch scheint das Leben, es ist trotz allem gut.

Zum Sommer gehört natürlich auch die Liebe. Dafür empfahl die Buchhändlerin „Ohne ein einziges Wort“ von Rosie Walsh: „Es ist ein richtiges Urlaubsbuch für den Strand, sich in den Liegestuhl hineinfallen lassen und es in einem Rutsch verschlingen.“ Die Geschichte packt von der ersten Seite an: Sarah begegnet auf einem Spaziergang ihrem Traummann Eddie. Sie verbringen eine unvergessliche Woche miteinander und spüren, dass sie füreinander geschaffen sind. Eddie begibt sich auf eine lange vorher geplante Reise und verspricht, sich bei der Rückkehr zu melden. Das tut er jedoch nicht. Was ist passiert? Das verrät Roolf-Taag nicht, nur so viel: Sarah begibt sich auf die Suche nach ihm.

Das nächste Buch, „Das Nest“ von Cynthia D’Aprix Sweeney, sprach sie zunächst wegen des Covers an, das an den Sommer erinnert. Vier Geschwister verbindet eines: die Aussicht auf ihr Erbe, das ihnen ein sorgenfreies Leben verspricht. Doch ihre Mutter verfügt anders darüber. Geistreich und kurzweilig, aber auch hintergründig erzählt das Buch darüber, wie das Leben zu meistern ist, wenn alles anders kommt als geplant. Zu dieser Reihe gehörte auch der Roman „Schwestern für einen Sommer“ von Cecilia Lyra, der „leicht, aber überaus spannend zu lesen ist“.

Danach griff Roolf-Taag zu Krimis, die nur dann Spaß machen, wie sie sagte, wenn man sie am Stück liest. Dafür hat man ja im Urlaub Zeit. Zu dieser Lektüre gehört unter anderen von Wolfram Fleischhauer „Das Meer“, ein Buch, das zwar spannend ist wie ein Krimi, aber auch erschreckend realistisch den Raubbau an den Meeren, die Geldgier der Konzerne schildert, „sollte eigentlich jeder lesen“.

Geschichte übers Kinderkriegen

Am Schluss entließ Roolf-Taag die Zuhörer mit der köstlich, wortwitzigen Geschichte übers Kinderkriegen aus Harald Martensteins Kolumnenband „Nettsein ist auch keine Lösung“ und nicht minder köstlich jene über die Sommerfrische von Hape Kerkeling aus „Frisch hapeziert“.

So hat Viola Roolf-Taag innerhalb von eineinhalb Stunden die Liste mit den 15 Titeln erschöpfend behandelt, virtuos bediente sie sich aus ihrem umfangreichen Lektürefundus.

Die Liste der vorgestellten Bücher liegt auch in der Bücherei aus, hier können die meisten auch ausgeliehen werden.

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