Plankstadt

Geschäftsleben Sandhäuser Hopfen als Beigabe zum neuen Sud von Welde / Biokultur schaffen und fördern ist Maxime der Brauerei / Pils wird im Oktober abgefüllt

„Sehr aromatisch, wirklich super, ein Klassiker“

Archivartikel

Plankstadt/Sandhausen.Gespannt schauten Eva-Maria Eichler und ihre sechs männlichen Begleiter durch das Bullauge in den Sudkessel. Denn dort unten braut sich „ihr“ Bier zusammen.

Gerade hat die Delegation aus Sandhausen um die Bürgermeisterstellvertreterin den in ihrer Gemeinde gewachsenen Aromahopfen in den 210 Hektoliter umfassenden heißen Sud gekippt, der in rund vier Wochen pünktlich zur Sandhäuser Kerwe fertig ist und ganz frisch als Pils ausgeschenkt wird.

„Ein Sack reicht, um ein merkliches Aroma zu erzielen“, erklärte Braumeister Benjamin Wehle, während Eva-Maria Eichler zusammen mit Hauptamtsleiter Günter Köhler sowie Thomas und Daniel Schneider, Peter Breiter und Albert Burkhardt die Hopfendolden hineinkippten. „Den Aromahopfen gibt man erst am Ende dazu, sonst würde es verdampfen“, erklärt der Braumeister. Kurzfristig hatte er die Siedetemperatur etwas heruntergefahren, um anschließend noch einmal zehn Minuten zu kochen. „Hallertauer mittelfrüh“ heißt die Sorte, die im Sandhäuser Hopfengarten angebaut wird. „Sehr aromatisch, wirklich super, ein echter Klassiker“, schwärmt Benjamin Wehle. Die Qualität merke man sofort, wenn die erste Flasche abgefüllt ist.

Seit 14 Jahren wird in Sandhausen nun wieder Hopfen angepflanzt, nachdem Anfang der 1990er Jahre der letzte Landwirt den Anbau eingestellt hatte. Einem ehrenamtlichen Projekt, das Mitglieder des Männergesangvereins Germania mit großer Unterstützung der Gemeinde auf die Beine gestellt haben, ist es zu verdanken, dass es wieder Hopfen in Sandhausen gibt. „Es ist toll, wenn man so leidenschaftliche Hopfenbauern hat“, freute sich Welde-Juniorchef Max Spielmann über die Zusammenarbeit, die noch viele Jahre andauern soll.

Biokultur schaffen und fördern – das sei seit Jahren die Maxime von Welde. Und dazu passe der Sandhäuser Hopfengarten perfekt. „Man weiß genau, wo die Rohstoffe wachsen, man kann den Hopfen sehen und anfassen.“ Max Spielmann war selbst am Wochenende beim Hopfenfest vor Ort, das sich immer mehr zu einem Volksfest entwickelt, währenddessen auch die Dolden von mehreren hundert Helfern geerntet und von Hand gezopft wurden.

Die Sandhäuser sind stolz auf ihr Traditionsprodukt und freuen sich jetzt schon, wenn zur Kerwe (13. bis 15. Oktober) ihr Pils ausgeschenkt wird. „Wir füllen direkt vorher ab, ein frischeres Bier gibt es nicht“, blickt Welde-Marketingleiter Malte Brusermann voraus. Etwa 20 000 Kästen des einzigartigen Produkts werden auch in den regionalen Handel kommen.

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