Plankstadt

Alte Schätze Heimatforscher aus Leidenschaft zeigt alten Druckstock mit Plankstadter Wahrzeichen / Für Schriftstücke hat er sogar die altdeutsche Schrift gelernt

Seine Fundstücke stöbert Rinklef im Internet auf

Archivartikel

Plankstadt.Alte Schätze, die in die Geschichte der Gemeinde blicken lassen, die findet man bei Wilhelm Rinklef zuhauf. An seiner Heimat ist er sehr interessiert und sammelt zahlreiche Schriftstücke und andere Artefakte, die einen Hinweis auf die Vergangenheit geben. „Vielleicht bin ich da von meinem Vater geprägt“, vermutet Wilhelm Rinklef.

Sein Vater war Schwetzinger, er selbst ist in Plankstadt geboren – so hält er die Augen offen nach Schätzen, die mit den beiden Orten etwas zu tun haben. Wie Vergangenheit und Gegenwart sich im Geschmack unterscheiden können, zeigt ein alter Druckstock eines alten Logos der Gemeinde Plankstadt.

Sehr bildhaft sind darauf die Wahrzeichen zu erkennen: natürlich der Wasserturm und die beiden Kirchen – und hier die katholische deutlich größer als die evangelische, wie es ja auch in Wirklichkeit ist – aber auch das Rathaus, das alte Tor des Jesuitenklosters am Helmlingsplatz, der Jubiläumsbrunnen und die Humboldtschule als damals sehr modernes Gebäude. Damit muss der Druckstock jünger als 1971 sein, denn damals wurde der Brunnen zur 1200-Jahr-Feier der Gemeinde angelegt. Von wann genau das Stück ist, weiß Wilhelm Rinklef nicht.

Unterschiedliche Wirkung

Er hat auch noch alte Mitteilungsblätter vom Ende der 1990er Jahre und Anfang der 2000er, als die Titelseite auch noch ein bildhafter Zusammenschnitt der Gemeinde-Wahrzeichen zierte – die so ähnlich aussehen wie der Druckstock. Mittlerweile befindet sich dort ja das neue Logo der Gemeinde – eine rote Linie, die wie eine Art Pulsschlag den Wasserturm und die beiden Kirchen andeutet – mit dem Schriftzug „Plankstadt“ untendrunter. Legt man die Blätter nebeneinander, wird deutlich, wie unterschiedlich das Ganze wirkt – dem unterschiedlichen Geschmack von damals und heute geschuldet.

Zwei weitere Druckstöcke aus Metall – also seitenverkehrte Bildelemente aus dem Hochdruck – , die Wilhelm Rinklef besitzt, zeigen eine Ansicht der Schwetzinger Straße mit der katholischen Kirche und eine Ansicht aus einem Garten heraus, auf der ebenfalls St. Nikolaus zu sehen ist. Seine alten Schätze findet Wilhelm Rinklef übrigens im Internet. Er stöbert regelmäßig auf der Auktionsplattform eBay, ob es etwas Neues und für ihn Interessantes gibt. Täglich etwa eine halbe Stunde ist da schon drin.

Viel Platz in seiner Sammlung nehmen Postkarten und Schriftstücke ein. So besitzt er beispielsweise Postkarten, die im Zug abgestempelt wurden – Bahnpost also. Denn gerade die Geschichte der Bahnstrecken, insbesondere rund um Schwetzingen hat es ihm angetan.

Sein Großvater war im Ausbesserungswerk beschäftigt, über das Wilhelm Rinklef auch zahlreiche Dokumente vorliegen hat. Um die alte Schrift auf einigen der Papiere entziffern zu können, hat er sogar einen Kurs in der altdeutschen Schrift gemacht.

Ein Ende seiner Sammlertätigkeit als „Privat-Archivar“ ist jedenfalls nicht in Sicht – dafür ist Wilhelm Rinklef zu sehr interessiert an der Heimatgeschichte.

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