Plankstadt

Diamantene Hochzeit Christel und Heinrich Huckele blicken auf 60 Ehejahre zurück / Rücksicht als Geheimnis der langen Beziehung

So einen tollen Tänzer hätte sie nie mehr gefunden

Archivartikel

Plankstadt.Mit einem Tanz fing alles an. Als Heinrich Huckele die damals 18-jährige Christel im „Gasthaus zum Storchen“ zum Tanzen aufforderte, verstanden sich beide auf Anhieb gut. Er begleitete sie abends bis zur Haustür und verabredete sich direkt für ein nächstes Treffen. Heute, am 8. Oktober, feiert das Ehepaar die Diamantene Hochzeit – 60 Jahre sind Christel und Heinrich Huckele nun miteinander verheiratet.

Zwischen den beiden hat es schnell gefunkt, ihre Beziehung war stärker als so manch anfängliche Bedenken im Freundeskreis – davon haben sie sich nämlich nicht abbringen lassen. „Also so einen tollen Tänzer hätte sie auch nicht mehr gefunden“, sagt der 83-jährige Heinrich mit einem Augenzwinkern und lacht. „Das stimmt wohl“, fügt seine Ehefrau hinzu, „er kann wirklich gut tanzen, das gab es nicht so oft!“

Tanzen ist eine der Leidenschaften, die die beiden schon seit über 60 Jahren verbindet. Gemeinsam haben sie mehrere Kurse belegt, Heinrich Huckele hat sogar in verschiedenen Wettbewerben Preise gewonnen. Bei der 1200-Jahr-Feier Plankstadts gewann Heinrich Huckele außerdem die Ortsmeisterschaft im Kegeln – seine zweite Leidenschaft, die er über 50 Jahre lang begeistert verfolgte.

Wenn die beiden über vergangene Erlebnisse reden, kommen sie ins Schwärmen, ein begeistertes Lächeln liegt auf ihren Lippen. Drei Jahre nach ihrem ersten Treffen im Tanzlokal gaben sie sich am 8. Oktober 1960 das Jawort in der evangelischen Kirche in Schwetzingen. Wiederum drei Jahre später kam ihr Sohn Jürgen zur Welt.

Gemeinsame Liebe zum Beruf

Am meisten verbindet das Ehepaar Huckele die Leidenschaft und der Spaß an der Arbeit. Beide haben über Jahrzehnte all ihren Eifer und Energie in ihren jeweiligen Beruf gesteckt. „Wir haben viel und gerne geschafft“, erzählt Heinrich Huckele, „bei uns war immer was los, wir hatten immer zu tun und waren aktiv.“ Ursprünglich wollte Christel Huckele Schneiderin werden. Über Umwege besuchte sie aber schließlich die Handelsschule und wurde kaufmännische Angestellte bei Bräuninger. Nach einigen Jahren stieg sie in das Immobiliengeschäft ein und fasste dort Fuß. Heinrich Huckele leistete eine vorbildliche Karriere bei der Firma Hartung für Kühlmöbel und wechselte ebenfalls ins Immobiliengeschäft.

1989 gründete das Ehepaar Huckele eine eigene Bauträger-Firma. Die Liebe für ihr Geschäft schweißte die beiden noch enger zusammen. Sie lernten Menschen aus aller Welt kennen, erlebten vieles gemeinsam – geprägt von mehr Höhen als Tiefen, denn ihr Geschäft florierte. Ans Aufhören wollten sie gar nicht denken, „erst als es wirklich nicht mehr ging“, wie Christel Huckele erzählt. Erst mit 74 Jahren hörte ihr Mann auf zu arbeiten.

Vor fünf Jahren dann ein harter Einschnitt: Nach mehreren Operationen war Christa Huckele körperlich extrem geschwächt, sie konnte nicht mehr schlucken, nicht mehr sprechen und musste die „selbstverständlichsten Dinge“, wie sie selbst sagt, von vorne lernen. Das ging nur mit der Unterstützung ihres Mannes. „Füreinander da sein und immer rücksichtsvoll miteinander umgehen“, das sei das Geheimnis ihrer langen Ehe, sagen die beiden übereinstimmend. „Ohne das geht es nicht“, fügt Heinrich hinzu.

Kleiner als gedacht

Und das zahlt sich aus: Zusammen mit Verwandten und einigen ihrer langjährigen Freunde aus dem Odenwald blickt das diamantene Jubelpaar nun auf die gemeinsamen 60 Jahre zurück. Wegen Corona muss die Feier kleiner als gedacht stattfinden.

Das Ehepaar bedauert, dass sie ihre engen Freunde aus dem Odenwald so lange nicht sehen konnten: „Seit 30 Jahren treffen wir uns schon mindestens einmal im Monat zum Kartenspielen oder Wandern. Entweder wir besuchen sie in Birkenau oder umgekehrt. Jetzt konnten wir uns so lange nicht sehen und nicht mit ihnen allen feiern, das ist wirklich schade.“

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