Plankstadt

Was ist bloß los mit den Fans?

Archivartikel

Anette Zietsch wundert sich über die gebremste Euphorie vor der WM

 

Jetzt auch noch das! Unsere Nationalmannschaft kann nicht mal mehr gegen Österreich gewinnen! (Ich verkneife mir an dieser Stelle mal den „Kosenamen“ für unsere Nachbarn, der mit „Schluchten“ beginnt.) Das geht ja gar nicht. Keine zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft tun uns Jogis Jungs diese Schmach an – wenn auch in einem bedeutungslosen Vorbereitungsspiel.

„Das kann ja heiter werden“, orakeln jetzt schon die Pessimisten, die ein frühes Ausscheiden unseres Teams beim Wettbewerb der weltbesten Kicker herbeireden. „Ach was, alles halb so wild. Wir sind eine Turniermannschaft. Bis zum Finale sind wir in Topform“, sehen die unverbesserlichen Optimisten dem Auftaktspiel gelassen entgegen. Die Wahrheit wird – wie so oft – wohl irgendwo dazwischen liegen.

Aber eines fällt mir auf: Die Euphorie erscheint mir hierzulande – im Vergleich zu den Welt- und Europameisterschaften in den vergangenen Jahren – eher gebremst. Es sind nicht mal mehr zwei Wochen bis zur Eröffnung – und am vergangenen Samstag habe ich das erste Mal ein Auto mit den seit 2006 so beliebten Überzieherlis in deutschen Farben für die Seitenspiegel gesehen.

Auch andere Bekenntnisse in Schwarz-Rot-Gold – seien es Flaggen, Trikots oder andere Accessoires – sind, wie ich finde, eher selten zu sehen. Und selbst in der Werbung ist relativ wenig vom Turnier zu hören.

Ob’s daran liegt, dass wir dieses Mal – fantechnisch gesehen – nicht mit italienischen und türkischen Mitbürgern oder holländischen Durchreisenden in Konkurrenz treten müssen?

Aber es sind ja noch ein paar Tage Zeit. Und dann, das wissen wir ja, liegt die Wahrheit wieder auf’m Platz.

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