Plankstadt

Adler-Areal Verpächter-Ehepaar Czernik gestaltet eine Gedenktafel für das abgerissene Gasthaus / Texte und Bilder zeichnen die Geschichte nach

„Wichtiger Ort der Begegnung und Kommunikation“

Archivartikel

Plankstadt.Am Ende war es die dreieinhalbjährige Josefine, die die blaue Schleife löste und gemeinsam mit ihrer Oma Ilse Czernik und ihrem Papa Dr. Christian Czernik das weiße Tuch wegzog. Dann war sie enthüllt, die neue Gedenktafel beim Dienstleistungsgebäude auf dem Adler-Areal. Sie erinnert an die Gastwirtschaft „Adler“, die einst an dieser Stelle stand.

Ilse und Ulrich Czernik, denen das Gelände gehört und die es an die Gemeinde verpachten, war es wichtig, diese Erinnerung nicht verblassen zu lassen. Dabei ging es Ilse Czernik auch um ihre Eltern Karl und Magda Treiber, die bis 1980 den Gasthof „Adler“ geführt haben. „Wenn ich nach meinen Eltern gefragt werde und die Wirtsleute Karl und Magda Treiber nenne und den Namen des Gasthofs Adler, kommt oft die Aussage: ,Do hot ma gut gesse’“, meinte Ilse Czernik in ihrer kleinen Ansprache zur Tafelenthüllung.

„Zur damaligen Zeit, in meiner Kindheit und Jugend, war der Adler ein wichtiger Ort der Begegnung und Kommunikation in Plankstadt“, fügte sie hinzu und erinnerte daran, dass nach dem Eintritt ihrer Eltern in den Ruhestand noch mehrere Pächter die Gaststätte weiterführten. Bis es dann im großen Saal zu einem Brand kam, dessen Sanierung fehlschlug. So war dieser nicht mehr nutzbar. „Auch das Gasthaus, das wir mehrfach für die Pächter renoviert hatten, entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen in der Gastronomie. Die jeweiligen Wirte hatten Probleme, den Betrieb wirtschaftlich zu führen“, erklärte Ilse Czernik. Schließlich bekamen sie die Aufhebung des Denkmalschutzes des alten Sandsteingebäudes und 2014 wurden die Adler-Gebäude abgerissen.

Nachdem die Czerniks sich über Jahre nicht mit der Gemeinde über einen Preis für das Grundstück einig werden konnten, kam man mit Bürgermeister Nils Drescher überein, dass die Kommune auf 99 Jahre das Erbbaurecht für das 2548 Quadratmeter große Grundstück bekommt. Ilse und Ulrich Czernik sind froh über die „zukunftsorientierte Nutzung“ des Areals. „Das neue Dienstleistungsgebäude bringt nun die gewünschte Belebung der Ortsmitte“, fügte Ilse Czernik an.

An Tradition anschließen

Bürgermeister Nils Drescher bezeichnete das Grundstück als „geschichtsträchtigen Platz“ und freute sich, „dass wir heute ein bisschen an die Tradition anschließen können“. „Denn in 20 Jahren werden die Leute wohl keine Erinnerung mehr an die Gaststätte haben. Trotzdem ist es gut, dass hier etwas Neues entstanden ist. Das Dienstleistungsgebäude ist schon ein Teil der Ortsmitte geworden“, meinte er. Drescher erklärte auch, dass es damals eine Auflage aus dem Denkmalschutz gewesen sei, nach dem Abriss an das alte Gebäude zu erinnern.

Auf der Tafel wird die Geschichte des Grundstücks ab 1838 mit kleinen Texten und historischen Bildern nachgezeichnet. Bei der Einweihung kamen die Erinnerungen an die „alten Zeiten“ wieder auf. Ilse Czernik berichtete, dass im „Adler“ früher sogar Tabakversteigerungen stattgefunden haben. Sie erinnerte sich auch an die Turnstunden, bei denen sie als Kind mitgemacht habe. Nils Drescher wusste vom Herbstball des Tennisclubs zu berichten, bei dem er damals als Kind dabei war.

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