Plankstadt

Sozialverband VdK Vorsitzender Helmut Gaa möchte trotz des Lockdowns an die Bedeutung des Volkstrauertags erinnern

„Wir rufen zum Frieden und zur Versöhnung auf“

Plankstadt.Da aufgrund des Lockdowns keine Veranstaltungen anlässlich des Volkstrauertags stattfinden können, möchte Helmut Gaa, Kreisvorsitzender und Vorsitzender des VdK-Ortsverbands, an die Bedeutung des Volkstrauertags am Sonntag erinnern. „Jedes Jahr gedenken wir in Deutschland der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Der Volkstrauertag ist ein Tag der persönlichen und familiären Erinnerung an die Verstorbenen und an das große Leid, das durch die Weltkriege hervorgerufen wurde“, schreibt Helmut Gaa und fügt hinzu: „Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog schrieb 1999: Ohne gründliches Wissen um seine Geschichte kann kein Volk auf Dauer bestehen.“

Dies gelte ganz besonders für das Jahr 2020. „In diesem Jahr waren wir mit Einschränkungen unserer persönlichen Freiheiten, mit Grenzen und Isolation als auch mit Menschen auf der Flucht konfrontiert. Diese Ereignisse mahnen uns, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und generationsübergreifend für Frieden und Solidarität einzustehen. Das Jahr 2020 war jedoch von einem weiteren historischen Datum geprägt. Genau vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg in Europa und der Wahnsinn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft mit ihren Menschheitsverbrechen wie der Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer Religion, Behinderung, Abstammung, sexueller Orientierung oder politischen Gesinnung“, so Gaa.

„Viele unserer ältesten Mitglieder haben jene Zeit selbst erlebt. Sie kennen Hunger, Flucht, Gewalt und Vertreibung – alles das haben sie als Kinder durchlitten. Es waren diese Menschen, die unser Land wiederaufgebaut haben und sie sind es, die den Sozialverband VdK als Selbsthilfeorganisation für Kriegsopfer in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit gegründet haben. Sie haben damit ein Zeichen der Solidarität und des Friedens gesetzt“, heißt es in der Mitteilung.

Blick schärfen

Viele Jüngere könnten sich heute kaum noch vorstellen, was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben. Damit sich dieses dunkle Kapitel der Geschichte nicht wiederholt, bedürfe es immer wieder der Erinnerung an diese Gräuel – gerade bei denen, die das große Verbrechen nicht selbst erlebt und bei denen auch keine Zeitzeugen mehr über ihr Schicksal erzählt haben. Das Allerwichtigste sei, bei jüngeren Menschen den Blick dafür zu schärfen, woran man Rassismus und Totalitarismus in den Anfängen erkennt. Im Kampf gegen dieses Grundübel komme es auf frühzeitige Information und Aufklärung sowie standhafte Gegenwehr an. „Jeder Mensch hat dieselbe Würde, ganz gleich woher er kommt, welche Religion oder welchen sozialen Status oder welche Behinderung er hat. Aus dieser Position stehen wir für Werte wie Toleranz, gegenseitige Akzeptanz, Religionsfreiheit und sozialen Frieden ein.“

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Nationalismus und Extremismus zu einer Spaltung der Gesellschaft führen oder rechtsfreie Räume entstehen. Darum stehen wir heute gemeinsam für mehr Solidarität, Toleranz und Frieden ein und rufen zum Frieden und zur Versöhnung auf. Zugleich mahnt uns der Volkstrauertag, dafür zu sorgen, dass nicht nur wir im Heute, sondern auch die kommenden Generationen weiterhin in Frieden und Freundschaft in Europa leben können.“ zg

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