Reilingen

Aktiver Artenschutz Angelsportverein setzt Fische nahe der ehemaligen Schlossmühle aus

350 Jungaale im Kraichbach

Reilingen.Seit einer Woche tummeln sich im Kraichbach rund 350 Jungaale. Sie stammen aus einer Aufzuchtstation in Holland und wurden vom örtlichen Angelsportverein nahe der ehemaligen Schlossmühle ausgesetzt. Die Petrijünger sind für die Hege und Pflege des Gewässers erster Ordnung im Gemarkungsbereich verantwortlich.

Der ASV sorgt mit dem jährlichen Fischbesatz für aktiven Artenschutz. Denn der "Schlangen-Fisch" wird in der "Roten Liste" der Weltnaturschutzunion IUCN als "vom Aussterben bedroht" geführt und in der "Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands" als "gefährdet". In vier Plastikbeutel verpackt trafen die etwa 30 bis 40 Zentimeter großen Jungaale am Ausgabestandort ein.

ASV-Vorsitzender Ralf Bräuninger und Gewässerwart Dominik Mattern beförderten die Aale in einen Kescher. Am Böschungsrand des Kraichbachs wartete schon Oliver Bender, eingepackt in schützende Wathosen. Mit größter Sorgfalt ließ er die Fische ins Kraichbachwasser gleiten.

"Ein solcher Aalbesatz lohnt sich für uns Angler und die Natur gleichermaßen", ist Bräuninger überzeugt. Denn der Aal sei in heimischen Flüssen, wo er geschützt ist und nicht mehr beangelt werden darf, kaum noch vorzufinden.

Der Europäische Flussaal ist ein heimischer Flussfisch, der die meiste Zeit seines Lebens im Süßwasser lebt und nur zur Fortpflanzung ins offene Meer schwimmt. Er besitzt einen komplexen und einzigartigen Lebenszyklus mit verschiedenen Entwicklungsstufen (Glasaal, Gelbaal, Silberaal), zu denen auch eine weite Wanderung über tausende von Kilometern von Europa in die Sargassosee (Atlantischer Ozean, weit vor der Mittelamerikanischen Küste) zählt, wo die Aale laichen. jd

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