Reilingen

Schillerschule Informations-Truck der Metall- und Elektroindustrie macht Station / Schüler haben die Gelegenheit zu praktischen Übungen und Fragen

Behutsame Suche nach passendem Beruf

REILINGEN.Was will ich einmal werden? Beruflich. Eine Frage, die sich Schüler der Friedrich-von-Schiller-Schule (FSS) spätestens ab der achten Klasse stellen. Dann beginnen die konkreten Arbeitsplatzerkundungen und Praktika im Rahmen der Berufswahl, es wird verstärkt geübt, wie man sich bewirbt und wie Vorstellungsgespräche laufen. Nach Reilingen kam jetzt der „M+E-InfoTruck“ der Metall- und Elektroindustrie. Im hochmodernen Truck kann auf zwei Ebenen erfahren werden, welche Möglichkeiten Metall- und Elektroindustrie bieten.

Wir haben einige Schüler der achten Klasse begleitet. Zum Hintergrund: Die FSS hat Berufswegepläne ab Klasse 5. Da steigt man mit dem ersten Schnuppern am Girls- und Boys-Day spielerisch in die Berufsorientierung ein und lernt die Arbeitsplätze der Eltern kennen. In der zweiten Stufe des Girls- und Boys-Days geht es in der sechsten Klasse darum, Berufe am Wohnort kennenzulernen und zu beschreiben. Wunsch- und Traumberufe werden angesprochen.

In die Arbeitswelt schnuppern

Drei Tage zum Praktikum in einen Betrieb geht es in Jahrgangsstufe 7, Firmen vor Ort werden besucht und ein Berufswahlordner angelegt. Mit Erreichen der Klasse acht geht es für zwei Wochen Praktikum in ein Unternehmen; der Berufsberater informiert; freiwillige Praktika sind möglich; Ausbildungsmessen werden besucht. In welche Richtung die Ausbildung gehen kann, also kaufmännisch, sozial-pflegerisch, gewerblich-technisch oder hauswirtschaftlich, wird vorgestellt. Genau in diesem Stadium sind die Achtklässler jetzt im Berufsinformationstruck am Ausprobieren.

Berufsberater Helmut Krettek nimmt die Jugendlichen in Empfang und freut sich, dass auch einige Mädchen in der Gruppe sind. Sie sind es, die besonders angesprochen werden: „Für Mädchen ist ein Beruf in der Metall- und Elektroindustrie attraktiv und hat Zukunft“, unterstreicht Krettek.

Im Kleinen bietet der Truck die Möglichkeit an typischen Arbeitsplätzen, wie sie real in der M+E-Industrie existieren, den Job und die Faszination Technik multimedial und interaktiv zu erleben. Kurzfilme in 3D-Qualität geben Aufschluss, in Text und Bild Berufe kennenzulernen. Der Berufe-Scout auf dem mannshohen Touchbildschirm gibt Informationen über einzelne Berufe und zeigt freie Ausbildungsstellen bei Unternehmen in der Region – die Schüler probieren das im ersten Stock des Trucks aus.

Nach dem theoretischen Input geht es an die Aktion. Wie wird ein Aufzug gesteuert? Warum eine intelligente IT-Steuerung die Nutzerwartezeit deutlich reduziert, das lockt die Schüler zum Ausprobieren, dabei könne sie jederzeit Fragen stellen, die sie weiterbringen. Wie wird ein Wechselschalter eingesetzt? Viel Begeisterung weckt die CNC-Fräse, die programmiert werden muss, um ein Werkstück aus einem Metallblock zu fräsen.

Die Qual der Wahl

Wir wollen wissen, ob sich die Jugendlichen schon entschieden haben, welchen Beruf sie anstreben. Eliseo Cozuc (14) findet den Truck klasse, hat aber auch ein großes Interesse am Handwerk: „Ich weiß noch nicht genau, was ich lernen will“, sagt er ehrlich, das Angebot sei groß. Ein Praktikum in einer Kfz-Werkstatt hat ihn noch nicht weitergebracht: „Informatik ist auch cool“, meint er, allerdings habe ihm eine Bekannte gesagt, dafür müsse er Abitur haben.

Nadine Savu (16): „Ich war zum Praktikum im Kindergarten, aber ich möchte lieber etwas Kaufmännisches lernen, Immobilienkauffrau vielleicht.“ Im Praktikum im Kindergarten hat Daiana Jutcheszu (16) Erfahrung gesammelt und könnte sich vorstellen Erzieherin zu werden. Einzig Elia Gilic (14) hat sich schon entschieden: „Ich werde Formel-Eins-Fahrer“, erklärt der passionierte Kartfahrer. Lehrerin Nicole Vitkus-Dräger begleitet die Jugendlichen und weiß, wie schwer der Weg zur Berufswahl ist: „Die Berufswahlvorbereitung ist ein guter Weg, bei der Entscheidung zu helfen.“

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