Reilingen

Artenvielfalt Aussaat wächst gut / Lebensraum für Wildtiere

Blühflächen locken Insekten an

Archivartikel

Reilingen.Das Ziel ist klar: Dem von uns Menschen verursachten rasanten Artenschwund der jüngeren Vergangenheit Einhalt zu gebieten und möglichst sogar eine Umkehr dieser katastrophalen Entwicklung zu bewirken. Ackerflächen, die für eine begrenzte Zeit mit artenreichen Mischungen von Blütenpflanzen eingesät sind, sind eine echte Bereicherung unserer durch die Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft, wie die Gemeinde schreibt.

Die an blühenden Pflanzen reichen Flächen liefern Nektar und Pollen für Blüten suchende Insekten und bieten zugleich Struktur, Deckung und Nahrung für Wildtiere in der offenen Feldflur. Ein anschauliches Beispiel, das durch seine herrliche Blütenpracht Aufmerksamkeit erregt, ist eine Blühfläche an der östlichen Ortszufahrt.

Dort bieten diverse Blütenpflanzen wie Sonnenblume, Büschelschön, Ringelblume, Kornblume, Klatschmohn, Fenchel und Borretsch reichlich Nahrung für viele Insektenarten. Auch Feldvögel wie die Lerche, finden dort neuen Lebensraum, genauso wie der Feldhase. Auf etwa 30 Wild- und Kulturpflanzen kommt die eingesetzte Saatmischung.

„Glücklicherweise kam der Regen noch zur rechten Zeit“, freut sich Landwirt Jürgen Schell über die gelungene Aussaat. Denn auf den Sandböden würden die Pflanzen oft schon vor der Vollblüte verdorren. Im Dialog mit dem Bienenschutzausschuss des Rhein-Neckar-Kreises habe er einen früheren Saattermin schon im März angestrebt, um die Flächen schneller in Blüte zu bringen. An mehreren Standorten seien erstmals auch unbearbeitete Streifen im Feld erprobt worden. Die vorjährige Vegetation sei dort schon vier Wochen früher, im Mai zur Blüte gestanden. „Interessierte dürfen gerne umsichtig den Randbereich der Blühfläche betreten und sich an dem Schauspiel der Natur erfreuen“, bietet Schell an.

Die Begrünung von Brachflächen mit Blühmischungen fördern EU, Bund und Land über ein Förderprogramm “Fakt“ (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl). Intention ist Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft, der Schutz des Klimas und der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden, Luft, der Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität sowie die Förderung artgerechter Tierhaltung. jd/zg

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