Reilingen

Technischer Ausschuss Auf dem Gelände des alten Klärwerks fallen im Hebewerk zwei Pumpen aus / Schlamm im Überlaufbecken sorgt für Geruchsbelästigung

Defekt zwingt Anwohner zum Luftanhalten

Archivartikel

Reilingen.Nach einer zweimonatigen Sommerpause hat der Technische Ausschuss seine Arbeit wieder aufgenommen. Eine ganze Anzahl von Bauvorhaben wartete auf eine kommunale Stellungnahme, die für eine beschleunigte Abwicklung des baurechtlichen Genehmigungsverfahrens erforderlich ist.

Bei den im vereinfachten Verfahren eingereichten Bauanträgen ging es einzig und allein um die Schaffung von neuem Wohnraum. In der Speyerer Straße fand ein geplanter Dachraumausbau mitsamt einer auf 5,80 Meter eingekürzten Gaube das gemeindliche Einvernehmen. Zustimmend verhielt sich das Gremium ebenso bei anstehenden, baulichen Veränderungen in der Hauptstraße. Dort sollen die Räumlichkeiten der Jugendbegegnungs- und Beratungsstelle in Wohnraum umgenutzt werden. Von außen wird das lediglich durch eine leicht veränderte Frontansicht sichtbar.

Grundflächenvorgabe missachtet

Bereits zum zweiten Mal fiel der Antrag auf einen Bauvorbescheid für eine geplante Doppelhaushälfte im Martin-Luther-Weg durch. Eine um 16 Prozent (16,075 Quadratmeter) beziehungsweise 18 Prozent (28,40 Quadratmeter) überschrittene Grundflächenvorgabe ließ dem Technischen Ausschuss keine andere Wahl. Zu eindeutig lag der Wert über dem noch hinnehmbaren Toleranzbereich von zehn Prozent. Dem Antragsteller wurde nahe gelegt, nach einer mit dem Bebauungsplan konformen Lösung zu suchen und sich mit dem Planer der angrenzenden Doppelhaushälfte abzustimmen.

Ausnahmen gebilligt

Über die Frage, ob sich der Überbau einer bestehenden Hofeinfahrt in der Bierkellergasse in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt, waren sich die Ratsmitglieder diesmal einig. Noch vor zwei Monaten war die Bauvoranfrage wegen einiger Unklarheiten zurückgestellt worden. Mittlerweile gibt es aber eine grundsätzlich positive Einschätzung des Baurechtsamtes Hockenheim, welche die Ratsentscheidung zugunsten des Vorhabens sichtlich erleichterte.

Immer wieder wird der Technische Ausschuss mit Bauherrenwünschen konfrontiert, die von den Vorgaben des Bebauungsplanes mehr oder weniger abweichen. Insbesondere die vielfach erkennbare Abschottungsmentalität bereitet bei Gestaltung und Höhenmaß der Grundstückseinfriedungen zunehmend Probleme. Allzu oft werden die mit dem Bauleitplan verfolgten Grundsätze eines „offenen Wohnbaugebietes“ beeinträchtigt. Über die bauordnungsrechtlichen Abweichungen entscheidet zwar die Baurechtsbehörde in alleiniger Zuständigkeit, eine kommunale Stellungnahme ist aber dennoch erwünscht. Gleich drei Anträge befassten sich in der aktuellen Ratssitzung mit ein und demselben Thema.

Im Mezzagoring soll ein Anwesen mit einer 1,80 Meter hohen Zaunanlage aus Steingabionen und Doppelstabmatten zu einem angrenzenden, öffentlichen Weg abgeschirmt werden. Dem Grundstückseigentümer wollte der Technische Ausschuss bei vier Gegenstimmen immerhin noch eine Zaunhöhe von maximal 1,60 Meter zugestehen, weil sich die Einfriedung ausschließlich auf den rückwärtigen Grundstücksteil beschränkt und auf dem Nachbargrundstück ein vergleichbares Höhenmaß anzutreffen ist. Der maßgebende Bebauungsplan geht von maximal einem Meter und von offenen Einfriedungen aus.

Hoffen auf Interimslösung

Eine ähnliche Situation ergibt sich in dem benachbarten Anwesen im Mezzagoring, wo ein 1,80 Meter hoher Doppelstabmattenzaun das Baugrundstück zu einem öffentlichen Parkplatz hin abschirmen soll. Auch hier legte das Gremium die bauordnungsrechtlichen Vorgaben großzügig aus und stimmte dem Befreiungsantrag zu. Am südöstlich angrenzenden Baumstandort soll aber nur eine offene Einfriedung ausgeführt werden.

Die auf dem ehemaligen Kläranlagengelände anzutreffenden technischen Anlagen zum Heben und Rückstau von Schmutz- und Regenwasser sind überaltert und sanierungsbedürftig. Jetzt aufgetretene, akute technische Probleme haben zwei Abwasserhebewerke ausfallen lassen. Mit der schleppenden Entleerung des Regenüberlaufbeckens lagern sich am Beckenboden geruchsintensive Feststoffe und Schlämme ab. Sie sorgen im Umfeld für belastende Geruchsemissionen.

Bürgermeister Stefan Weisbrod gab sich zuversichtlich, binnen zwei Wochen eine Interimslösung installieren zu können. Für die kommende öffentliche Gemeinderatssitzung versprach er weitergehende Informationen. jd

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