Reilingen

Fritz-Mannherz-Hallen Gemeinde will Erste-Hilfe-Maßnahmen fördern

„Defis“ können Leben retten

Archivartikel

Reilingen.Es kann jeden treffen und jederzeit passieren. Urplötzlich sackt ein Mensch in sich zusammen, verliert das Bewusstsein, sein Herz stockt – es kommt zum plötzlichen Herztod. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 100 000 Menschen auf diese tragische Art und Weise, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Schnelle Hilfe könnte in vielen Fällen die Rettung bedeuten. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergeht aber oft wertvolle Zeit.

Neben den bekannten manuellen Wiederbelebungsmaßnahmen, wie Herzdruckmassage und Beatmung, können Defibrillatoren ein entscheidender Lebensretter sein. Mit diesem Gerät wäre jeder Ersthelfer in der Lage, den Herzschlag bei Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand durch gezielte Stromstöße wieder in den richtigen, lebensrettenden Rhythmus zu bringen. Mit der vorinstallierten, einfachen Anleitung kann das Gerät auch von Laien leicht bedient werden. Eine automatisierte Ansage gibt exakt jeden Schritt vor.

Nur nichts tun ist gefährlicher

In welchen öffentlichen Einrichtungen werden aber solche „Lebensretter“ vorgehalten und wer fühlt sich in der Lage, im Notfall diese Geräte ohne Hemmungen zu bedienen?“ Diese Frage beschäftigte Bürgermeister Stefan Weisbrod, gerade im privaten Umfeld mit einem derartigen Ereignis konfrontiert. Ihm ist es daher ein Anliegen, die Bürger für dieses Thema zu sensibilisieren und „es regelmäßig in unser aller Bewusstsein zu bringen“. Ganz nach dem Motto der Notärzte: „Lieber etwas falsch machen bei der Ersten Hilfe, als gar nichts zu unternehmen.“

Bislang ist das örtliche Angebot an Defibrillatoren, im Fachjargon auch „Defi“ genannt, noch spärlich. Derartige Geräte gibt es beispielsweise schon seit sieben Jahren in den Fritz-Mannherz-Hallen, seit einiger Zeit auch im Rewe-Einkaufsmarkt. An den Standorten Rathaus und der Aussegnungshalle auf dem Friedhof will Bürgermeister Stefan Weisbrod weitere Geräte anbringen lassen. Für die Beschäftigten im Rathaus plant Weisbrod noch im September verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse anzubieten. Zudem kann er sich die Organisation von Auffrischungskursen“ für interessierte Bürger vorstellen.

Plötzlicher Herztod ist keine Laune des Schicksals, sondern meist die Folge unentdeckter Herzerkrankungen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfehlen Experten allen Erwachsenen ab 40 Jahren regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, einen gesunden Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und vernünftiger Ernährung, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde abschließend. jd/zg

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